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Darmstadt - Der 57-jährige Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl bekommt den Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Freitag in Darmstadt mit. Der mit 40'000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.
Jirgl habe in "einem Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet", heisst es in der Begründung.
"Mit grosser erzählerischer Sensibilität und Leidenschaft geschützt durch den Firnis eines avantgardistischen Schreibgestus" erzähle der 1953 in Ost-Berlin geborene Jirgl von den Aufbrüchen und Katastrophen, den Kriegen und Vertreibungen, den Zeiten der Teilung und der schwierigen Vereinigung.
Dabei lasse er die historischen Umbrüche aus unterschiedlichsten Perspektiven alltäglichen Erlebens gegenwärtig werden und mache - so zuletzt in den grossen Romanen "Die Unvollendeten" (2003) und "Die Stille" (2009) - die Stimmen der Vergessenen und Verschütteten wieder hörbar.
Ruf des "Schwierigen"
Seiner sprachlichen Experimentierfreude wegen scheute das breite Publikum Jirgl bisher. So verwendet er Ziffern statt Wörtern oder Silben - schreibt etwa "1zige" statt "einzige", "&" oder "u" anstelle von "und", setzt Ausrufungszeichen vor Wörtern und Bindestriche scheinbar wahllos.
In seinem Roman "Die Stille" finden sich Sätze wie: "?Hättest du=Anihrerstelle? nicht weinen müssen. Denn son Hochzeit's Tag gilt doch für 1 Frau als Der-Schönste-Tag=im-Le -"
Der Georg-Büchner-Preis wird auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am 23. Oktober in Darmstadt übergeben.
Die seit 1951 verliehene Literaturauszeichnung ging bisher dreimal an Schweizer: 1958 an Max Frisch, 1986 an Friedrich Dürrenmatt und 1994 an Adolf Muschg. Ausserdem lebten die Büchner-Preisträger Wolfgang Hildesheimer (1966), Golo Mann (1968) und Elias Canetti (1972) zum Zeitpunkt der Verleihung in der Schweiz.

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SDA-ATS