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Der SC Bern verteidigt als erster Klub seit den ZSC Lions vor 16 Jahren den Meistertitel. Dass ausgerechnet der Ligakrösus den Pokal zweimal in Folge in die Höhe stemmen kann, ist kein Zufall.

Auch andere Schweizer Meister starteten in der jüngeren Vergangenheit mit starken Mannschaften in die nachfolgende Saison. Zuletzt scheiterten die Champions aber stets spätestens im Final. Weshalb ist nun gerade der SCB jener Klub, der die Mission Titelverteidigung erfolgreich abzuschliessen vermochte?

Der SC Bern, mit einem Budget von über 60 Millionen seit Jahren das wirtschaftliche Schwergewicht der NLA, hat es geschafft, den Siegeshunger und die mannschaftliche Geschlossenheit in der Saison nach dem Titelgewinn zu konservieren. Jene Elemente, die in den Playoffs oftmals über Sieg oder Niederlage entscheiden, gehörten auch in der Saison 2016/2017 zu den Stärken des neuen und alten Meisters.

Anders als im Vorjahr, als Bern beinahe in die Abstiegsrunde verbannt worden wäre, verlief die Saison ruhig, ohne wirkliche Probleme, ohne grössere Verletzungen der Schlüsselspieler und ohne längere Schwächephase. Kurz notiert: Bern war von A bis Z die beste Mannschaft, gewann die Qualifikation und liess das grösste Eishockey-Publikum ausserhalb der NHL am Ende erneut jubeln und feiern.

Ein Trio brachte frisches Blut

Der SCB-Führung um CEO Marc Lüthi und Sportchef Alex Chatelain ist es gelungen, mit einer geschickten Personalpolitik neue Impulse zu setzen, ohne aber die Chemie und die Hierarchie in der Mannschaft gross zu verändern. Die wichtigsten Transfers vor der Saison: der neue Trainer Kari Jalonen, der herausragende Torhüter Leonardo Genoni und die ausländischen Verstärkungen um Liga-Topskorer Mark Arcobello.

Mit Jalonen engagierte der SCB einen renommierten Erfolgstrainer als Nachfolger von Lars Leuenberger, der die Berner im Vorjahr aus der Krise und vom achten Platz in der Qualifikation zum Meistertitel geführt hatte. Der besonnene Finne hatte bereits als Spieler sechs Trophäen gewonnen und später auch als Headcoach viermal triumphiert. Mit der Referenz einer WM-Silbermedaille (als Nationaltrainer Finnlands) reiste der 57-Jährige im Sommer nach Bern, wo er nun als zweiter Finne nach Antti Törmänen (2013) gleich auf Anhieb reüssierte.

Den "Königstransfer" auf die nun abgeschlossene Saison hatte Bern mit dem Engagement Genonis bereits frühzeitig realisiert. Der 29-jährige Keeper, der mit Davos schon dreimal Schweizer Meister geworden war, reiht sich in Bern nahtlos in die Liste der Torhüter ein, die den Verein seit jeher prägen: René Kiener, Renato Tosio, Marco Bührer und nun Genoni, auf dessen hervorragender Abwehrquote von rund 95 Prozent der jüngste SCB-Triumph basiert.

Ebenfalls an der Spitze eines Rankings, der Skorerliste, figuriert Mark Arcobello. Der 28-jährige Amerikaner erwies sich als würdiger Nachfolger von Cory Conacher, dem letztjährigen Berner Topskorer. In der Qualifikation hatte Arcobello mit 55 Punkten in 50 Spielen geglänzt, und auch in den Playoffs trieb er seine Mannschaft mit Toren und Assists, aber auch mit grossem Einsatz und Leadership unermüdlich an.

Puzzle griff erneut

Die Neulinge Jalonen, Genoni und Arcobello erwiesen sich als Glücksgriffe für den SCB. In der entscheidenden Phase der Meisterschaft konnte der SCB aber auch auf die Erfolgsgaranten der Vorsaison zählen. Der Kanadier Andrew Ebbett setzte wieder zum Steigerungslauf an, Thomas Rüfenacht erwies sich erneut als Aggressivleader und der 40-jährige Martin Plüss spielte einmal mehr wie ein Jungspund im besten Eishockey-Alter.

Zusammen ergab sich in den Playoffs ein Puzzle, dem weder Biel in den Viertelfinals noch Vorjahresfinalist Lugano in den Halbfinals (jeweils 4:1 Siege für Bern) gewachsen war. Und als Zug im Final scheinbar ein Rezept gefunden hatte, den SCB niederzuringen, und einen 0:2-Rückstand in der Serie aufgeholt hatte, antworteten die Berner beim 6:1-Heimsieg im fünften Spiel mit der wohl besten Saisonleistung.

Erneuerung geht weiter

Mit vier Meistertiteln und einer weiteren Finalteilnahme in acht Jahren ist der SCB der erfolgreichste Schweizer Eishockey-Verein des Jahrzehnts. Der Klub aus der Hauptstadt hat das Potenzial, die höchste Liga der Schweiz trotz ihrer Ausgeglichenheit auch in den kommenden Jahren zu prägen.

Wirtschaftlich und finanziell steht der SCB ohnehin auf einem Fundament, das hierzulande seinesgleichen sucht. Punkto Marketing und Zuschauer stösst die Eishockey-Hauptstadt Europas an ihre Grenzen. Noch einmal erhöhte der SCB seine Werte. Bei einer Stadionauslastung von über 97 Prozent besuchten durchschnittlich 16'566 Fans die 34 Heimspiele.

Auf sportlicher Ebene setzt sich die (sanfte) Erneuerung der Mannschaft in diesem Sommer fort. Zu ersetzen haben die Berner Martin Plüss, dessen Vertrag nach dem sechsten persönlichen Meistertitel (wohl) nicht mehr erneuert wird. Mit Biels Gaëtan Haas engagierte der SCB einen hoffnungsvollen Schweizer Internationalen für dessen Position. Mit David Jobin (35-jährig/5 Meistertitel) und Marc Reichert (37/4) müssen zwei weitere Urgesteine den Klub verlassen.

Die personellen Wechsel werden die Dynamik des Unternehmens kaum beeinträchtigen. Getreu dem Vereinsmotto "rockt" der SCB die Liga derzeit schon fast nach Belieben.

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SDA-ATS