Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn bedauert die Abwanderung von Ärzten und Pflegern aus seinem Land in die Schweiz. "Ich hätte sie gerne zurück", sagte er in einem Interview. Er regt eine Neuregelung der Abwerbung von Fachleuten aus bestimmten Berufen an.

Die von Schweizer Spitälern und Heimen abgeworbenen Fachleute würden in Deutschland fehlen, sagte der 38-jährige CDU-Minister in einem Interview mit dem "SonntagsBlick". "Bei uns arbeiten dann polnische Ärzte, die wiederum in Polen fehlen. Das kann so nicht richtig sein."

Spahn forderte, darüber nachzudenken, ob man die Abwerbung von Fachleuten aus bestimmten Berufsgruppen innerhalb der EU nicht neu regeln müsse. Die Freizügigkeit in Europa solle dabei nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Entsprechende Abkommen gebe es bereits in der Weltgesundheitsorganisation WHO. "Das könnte Vorbild sein."

Spahn räumte gleichzeitig ein, dass er das Verhalten der deutschen Ärzte und des Pflegepersonals versteht. "Die Schweiz ist ein schönes Land."

Die Schweiz ist für deutsche Mediziner seit Jahren das mit Abstand beliebteste Auswandererland. Im Jahr 2017 gingen laut der deutschen Ärztekammer 1965 ursprünglich in Deutschland tätige Ärzte ins Ausland, wobei der Anteil der deutschen Ärzte 59,3 Prozent betrug. Die beliebtesten Auswanderungsländer waren - wie in den Jahren zuvor - die Schweiz (641), Österreich (268) und die USA (84). Der Schweizer Ärzteverband FMH meldete Anfang 2017, dass 17,7 Prozent der in dem Land arbeitenden Ärzte einen deutschen Pass hätten.

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