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Karachi - Die gewaltsamen Übergriffe nach der Ermordung eines Regierungspolitikers in der pakistanischen Metropole Karachi haben am Mittwoch den zweiten Tag in Folge angehalten. 70 Menschen wurden seit Montag bei den Unruhen getötet und 120 verletzt.
Bereits am Dienstag starben 46 Menschen. In der Nacht und am Mittwoch selbst seien 24 weitere ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der Regierung der südpakistanischen Provinz. 20 der Verletzten seien in "kritischer Verfassung". Zahlreiche Lastwagen, PKWs und Geschäfte wurden angezündet und verwüstet.
Auslöser der Ausschreitungen war die Ermordung des Politikers Raza Haider von der Partei MQM. Unbekannte hatten ihn und seinen Leibwächter am Montag bei einer Trauerfeier niedergeschossen. Die pakistanische Regierung machte die radikal-islamischen Taliban sowie die verbotene Gruppe Sipah-e-Sahaba Pakistan (SSP) dafür verantwortlich.
Karachi ist mit 18 Millionen Einwohnern das wirtschaftliche Herz des Landes. Hier befinden sich der wichtigste Hafen, die Zentralbank Pakistans und die Börse. Viele Geschäftsleute hielten aus Angst vor weiteren Unruhen am Mittwoch ihre Läden geschlossen. Analysten äusserten die Befürchtung, dass die ohnehin mit Problemen kämpfende Wirtschaft dadurch zusätzlich belastet werden könnte.
Haiders Partei MQM (Muttahida-Quami-Movement) ist Koalitionspartner in der Zentralregierung und in der Provinzregierung in Sindh. Sie vertritt die Interessen der Urdu sprechenden Muslime, die nach der Trennung von Indien 1947 ins heutige Pakistan übersiedelten. In Karachi stellen sie die Mehrheit und dominieren die Wirtschaft.
Die Partei bekräftigte nach den Ereignissen ihre Forderung nach einem harten Vorgehen gegen Extremisten in dem Land. Nach jahrelangen Untersuchungen sei heute jedem klar, dass die beiden radikalen Gruppen Taliban und SSP in Karachi seien, sagte ein Parteisprecher.
Der Angriff schürte auch Ängste vor neuen ethnisch und religiös motivierten Auseinandersetzungen in der grössten Stadt des Landes. Experten gehen davon aus, dass sich viele Anhänger der Taliban nach dem massiven militärischen Vorgehen gegen die Gruppe im Nordwesten des Landes nach Karachi geflüchtet haben.

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SDA-ATS