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Das erste Top-Resultat kommt auch für Gilles Roulin selber früher als erwartet. Als Vierter der Weltcup-Abfahrt in Val Gardena fährt der Zürcher mitten in die Weltelite.

"Kann der ein bisschen deutsch?", fragt der Kollege aus Österreich, im Glauben, der Überraschungsmann aus der Schweiz, der soeben mit Startnummer 32 auf Platz 4 gefahren ist, sei einer aus der Romandie. Auch auf seinem Weg von einer Fernseh-Station zur nächsten muss sich Gilles Roulin immer wieder erklären. Der 23-Jährige Nachwuchsmann hat einen interessanten Hintergrund.

Roulin fährt seine Rennen für den Skiclub Lenzerheide-Valbella, stammt aber aus Grüningen im Zürcher Oberland. Und was ihn von seinen Teamkollegen ganz besonders unterscheidet, ist die Tatsache, dass er sich nicht auf die Aufgabe als Skirennfahrer allein konzentriert. Wenn andere ausspannen, widmet er sich seinen Büchern.

Roulin absolviert ein Jus-Fernstudium. Er steht im fünften von neun Semestern und büffelt in jeder freien Minute. Im Januar stehen Prüfungen an, zu einem für einen Skirennfahrer äusserst ungünstigen Termin. Da ist natürlich sorgfältige Planung gefragt, vor allem auch weil alles für ihn neu ist. Roulin bestreitet seine erste reguläre Weltcup-Saison, nachdem er im Winter zuvor im Europacup im grossen Stil abgeräumt hatte.

Am letzten Donnerstag im Abschlusstraining war er leicht in Stress geraten, weil er am Nachmittag zwei Stunden Lernen eingeplant hatte. "Durch die ständigen Unterbrüche zog sich alles in die Länge." Da wird die Doppelbelastung dann doch zu einem Problem. Gewöhnlich aber hat Roulin alles im Griff, auf sportlicher Ebene sowieso. Auch nach seinem Coup von Val Gardena bleibt er auf dem Boden. "Ziel bleibt weiterhin, regelmässig in die Top 30 zu fahren, alle Strecken kennenzulernen und eine stetige Verbesserung." In Val Gardena fehlten ihm nur 15 Hundertstel aufs Podium. "Ich bin auch so dankbar, denn hinter mir folgten einige mit ähnlichem Zeitabstand."

Bezüglich den Olympischen Spielen gibt er sich noch vorsichtig. Die Qualifikations-Norm hat er mit dem 4. Platz zwar bereits erfüllt, doch er sagt: "Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Natürlich wäre eine Teilnahme ein Traum, der in Erfüllung gehen würde. Deshalb kann ich hoffentlich weiter gute Argumente liefern, um dort dabei sein zu können."

Roulin mutet sich derzeit ein happiges Programm zu. Als einer von wenigen Fahrern wird der Zürcher auch am Sonntag zum Riesenslalom in Alta Badia antreten. "Ich hoffe, die Beine werden nicht allzu schwer sein", sagte er dazu, bereits in der Vorfreude, mit dem Helikopter den Transfer von Val Gardena nach Alta Badia machen zu dürfen. Dieses Privileg steht all jenen zu, die sich nach den Speedrennen im Grödnertal auch noch mit den Riesenslalom-Cracks messen.

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SDA-ATS