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Mitte Januar hat die SNB den Euro-Mindestkurs aufgegeben. Die Beibehaltung wäre sehr teuer geworden, sagte SNB-Direktionsmitglied Fritz Zurbrügg gegenüber dem "Blick". Nun gibt es aber Anzeichen, dass die SNB auch weiterhin mit hohen Beträgen den Franken zu schwächen versucht.

Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind die Einlagen der Banken, die seit dem 22. Januar oberhalb eines bestimmten Freibetrages mit einen Negativzins belastet werden, in der vergangenen Woche stark gewachsen.

Die Giroguthaben inländischer Banken nahmen um fast 26 Mrd. Fr. auf 365,5 Mrd. Fr. zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit vielen Monaten. Das Total der Sichtguthaben bei der SNB erhöhte sich ebenfalls um rund 26 Mrd. Fr. auf 428,2 Mrd. Franken, wie die SNB am Montag mitteilte.

Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Wenn nämlich die Notenbank Devisen kauft, wird der Franken-Gegenwert dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben.

Starker Hinweis für Intervention

Der jüngste Anstieg, der höchste in einer Woche seit März 2013, sei ein sehr starker Hinweis dafür, dass die SNB auch nach der Aufhebung des Mindestkurses weiterhin im Markt interveniert, sagte ein Devisenexperte der Credit Suisse gegenüber der Agentur Reuters.

Auch der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann hält dieses Szenario für plausibel. Wahrscheinlich habe die SNB mit "ein paar Milliarden" interveniert, um zu verhindern, dass der Euro-Franken-Kurs zu stark unter die Parität fällt, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Der Anstieg der Giroguthaben um 26 Mrd. Fr. müsse allerdings vorsichtig bewertet werden. Der starke Anstieg könne auch damit zusammenhängen, dass der Durchschnitt der Giroguthaben in der Woche zuvor eher tief war, sagte Straumann.

Seit vergangener Woche gelten bei der SNB auch Negativzinsen auf bestimmte Guthaben. Dies soll Investoren davon abzuhalten, in Franken anzulegen und damit die Währung weiter zu stärken. Trotzdem sind aber die Einlagen gestiegen - bringen die Negativzinsen also gar nichts?

"Es ist noch zu früh, um das zu beurteilen", meint Straumann. Sei die Lage im Euroraum jedoch sehr instabil, könnten auch Negativzinsen die Anleger nicht vom Franken abbringen. Der Strafzins von 0,75 Prozent sei dann ein akzeptabler Preis für eine sichere Anlage.

Euro wieder etwas stärker

Mitte Januar hatte die SNB den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben. Nach der Aufhebung der Untergrenze wertete sich der Franken gegenüber dem Euro stark auf.

Und einiges spricht dafür, dass der Euro schwach bleiben wird: So etwa das billionenschwere Anleihenkaufprogramm, das die Europäische Zentralbank (EZB) vergangene Woche verkündet hatte. Oder der Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza in Griechenland vom Sonntag. In der Nacht auf Montag war der Euro gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen.

Am Montag legte der Euro gegenüber dem Franken jedoch wieder deutlich zu. Um 15.30 Uhr wurden für einen Euro 1,0071 Franken bezahlt. Diesen Wert hatte die Gemeinschaftswährung seit der Ankündigung der EZB, im grossen Stil Anleihen aufzukaufen, nicht mehr erreicht.

Warum der Eurokurs gegenüber dem Franken wieder angestiegen ist, kann sich Straumann nicht erklären: "Eigentlich müsste man nach der Wahl in Griechenland das Gegenteil erwarten." Für die Entwicklung der Devisenkurse spielten viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Dass der Kurs wegen Interventionen der SNB stieg, hält Straumann jedoch für unwahrscheinlich.

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SDA-ATS