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Der Glarner Ständerat Pankraz Freitag ist am Wochenende im Alter von 60 Jahren gestorben. Sein Tod kam überraschend: Erst am Freitag war er noch im Fernsehen aufgetreten. In der Nacht auf Samstag brach der 60-jährige FDP-Politiker zuhause zusammen und verstarb sofort.

Dies teilte die FDP am Sonntag mit. Die Partei zeigte sich "schockiert" vom plötzlichen Tod. FDP-Präsident Philipp Müller würdigte Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda als grossen "Chrampfer", der mit vollem Engagement politisiert und gearbeitet habe. "Nach Feierabend konnte er aber auch lustig sein und Witze reissen. Das können nicht alle", sagte Müller. Er sprach von einem "grossen menschlichen Verlust".

Die FDP schreibt in einer Mitteilung, Freitag habe mit seiner bestimmten und ruhigen Art, seinen klaren Voten und seiner unermüdlichen Schaffenskraft die Politik im Kanton Glarus sowie auf Bundesebene geprägt.

Die FDP würdigte Freitags Einsatz für gesunde Staatsfinanzen und für Mässigung bei den Überschüssen des Bundes. Neben der Finanzpolitik habe sich der Mathematiker und Physiker in die Energiepolitik eingebracht. Als Sohn einer Bergbauernfamilie habe er sich zudem für sinnvolle Landwirtschaftsreformen eingesetzt.

Die FDP verliere "ein wichtiges Mitglied und einen lieben Freund", die Schweiz einen gewichtigen Finanz- und Energiepolitiker. Der Ehefrau und den drei Kindern von Freitag sprach die Partei ihr Mitgefühl aus. Der Glarner Landammann Andrea Bettiga sagte, Glarus habe mit Freitag "eine grosse Persönlichkeit" verloren.

Zenit seiner Leistungsfähigkeit

Der Tod des FDP-Politikers kam überraschend. Erst am Freitag war er noch in der Sendung "Arena" des Schweizer Fernsehens SRF aufgetreten, "topfit und voll leistungsfähig", wie Müller sagte. Freitag sei auf dem "Zenit seiner Leistungsfähigkeit" gewesen.

Freitag vertrat den Kanton Glarus seit 2008 im Ständerat. Er profilierte sich vor allem als Finanz- und Umweltpolitiker. Zuletzt sass er in der Finanzkommission, die er von 2009 bis 2011 präsidiert hatte, sowie in der Wirtschaftskommission und in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Er amtete zudem als Stimmenzähler der kleinen Kammer und war Präsident der Parlamentarischen Gruppe Klimaänderung.

Kandidatur für Pelli-Nachfolge erwogen

Beinahe wäre Freitag letztes Jahr in die Fussstapfen des abtretenden FDP-Präsidenten Fulvio Pelli getreten: Freitag hatte zunächst sein Interesse am Parteipräsidium angemeldet, "nach reiflicher Überlegung" jedoch auf eine Kandidatur verzichtet.

Freitag erachtete das Parteipräsidium als nicht vereinbar mit seinem Mandat als Ständerat und als Büromitglied sowie mit weiteren Tätigkeiten. "Alles zusammen wäre neben dem Ständerat nicht mehr möglich", teilte er damals mit. Zum Nachfolger von Pelli als Parteipräsident wurde schliesslich Philipp Müller gewählt.

Vom Regierungsrat in die kleine Kammer

Freitag hatte an der Universität Zürich Mathematik, Physik und Biologie studiert und anschliessend als Mathematiklehrer an der Kantonsschule Glarus gearbeitet. 1994 wurde er in den Glarner Landrat gewählt, von 1998 bis 2008 war er als Regierungsrat kantonaler Baudirektor.

Seit Dezember 2008 war er zudem Verwaltungsratspräsident der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra). Auch im Verwaltungsrat des Stromkonzerns Axpo hatte er zeitweise eingesessen.

Dritter Todesfall in dieser Legislatur

Freitag ist bereits der dritte Politiker auf nationaler Ebene, der in dieser Legislaturperiode im Amt verstorben ist. Allesamt waren die Verstorbenen FDP-Politiker.

Im Herbst vergangenen Jahres starb der Basler FDP-Nationalrat und Gewerbedirektor Peter Malama nach langer Krankheit. Im Juni 2012 war Otto Ineichen, ebenfalls FDP-Nationalrat, in seinem Heimatort Sursee LU an einem Herzversagen gestorben.

SDA-ATS