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Glencore-Chef Ivan Glasenberg stellt sich klar gegen die 1:12-Initiative der Juso. Sollte das Volksbegehren angenommen werden, sei sein Rohstoffkonzern "möglicherweise gezwungen, ins Ausland zu ziehen", sagte er in einem Interview mit der "Sonntagszeitung" und "Le Matin Dimanche".

"Es gibt genügend Länder, die uns gerne aufnehmen würden", erklärte Glasenberg weiter. Sollte die Initiative der Jungsozialisten zur Beschränkung der Lohnunterschiede in einer Firma auf das Verhältnis 1:12 durchkommen, könnte Glencore "den Betrieb am Hauptsitz in Baar ZG nicht mehr wie bisher aufrechterhalten".

Dies wäre laut dem Konzernchef "katastrophal", unter anderem weil dort gerade neue Gebäude gebaut und so Jobs geschaffen würden.

Der 56-jährige Glasenberg ist seit zwei Jahren Schweizer und will in erster Linie als Landesbürger, und nicht als Chef von Glencore betont haben: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schweiz ihrer Wirtschaft solch grossen Schaden zufügen will." Die Firmen würden bei Annahme der Initiative "ihre besten Talente verlieren", warnt er.

Jahreslohn von knapp einer Million Dollar

Angesprochen auf seinen eigenen Lohn und seine Vermögensverhältnisse, gibt Glasenberg zu Protokoll: "Ich habe im letzten Jahr 964'000 Dollar verdient". Einen Bonus erhalte er keinen. Allerdings besitzt der gebürtige Südafrikaner, der seit 30 Jahren Partner von Glencore ist, beträchtliche Aktienanteile an der Firma.

An der Ende April 2013 fusionierten Gesellschaft Glencore Xstrata plc. hält er laut eigenen Angaben 8 Prozent. Sein persönliches Vermögen beläuft sich damit auf ungefähr 6 Milliarden Franken, wie Glasenberg bestätigt. Der aus der Fusion von Glencore und dem Bergbaukonzern Xstrata entstandene Rohstoffmegakonzern besitzt laut Glasenberg seinerseits Vermögenswerte von fast 160 Mrd. Dollar.

Partner bezahlen Steuern, nicht die Firma als solche

Glasenberg ist damit einer der reichsten Bürger der Schweiz. An der Tatsache, reich zu sein, sieht der Glencore-Chef an sich nichts Schlechtes. Es seien schliesslich die Reichen, die den grössten Teil des Steueraufkommens bezahlten und die Infrastruktur massgeblich finanzierten.

Dass sein Konzern in der Schweiz seit dem Börsengang im Mai 2011 keine Steuern bezahlt haben soll, bezeichnet Glasenberg als "Nonsens". In den letzten zwei Jahren hätten Glencore und seine 620 Mitarbeitenden in der Schweiz rund 2 Mrd. Franken Steuern bezahlt.

Die Partnerstruktur des Konzerns vor dem Börsengang habe dazu geführt, dass Glencore seither noch über Steuergutschriften verfügt (264 Mio. Dollar im Jahr 2011 und 76 Mio. Dollar im Jahr 2012. Die anfallenden Gewinnsteuern seien aufgrund der Vor-Börsengangs-Struktur nicht von der Firma als solcher, sondern von den teilhabenden Partnern beglichen worden.

"Was wir in Afrika tun, ist grossartig"

Auch die von nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) oft erhobenen Vorwürfe an Glencore bezüglich Korruption, Umweltverschmutzung sowie Verletzung von Arbeits- und Menschenrechten in Entwicklungsländern wollte Glasenberg nicht gelten lassen. "Was wir in Afrika tun, ist grossartig", unterstrich er.

Allein in der Demokratischen Republik Kongo und in Sambia habe Glencore mehr als 5 Mrd. Dollar investiert, erklärte Glasenberg. "Wir bauen Schulen, Spitäler und die Wasserversorgung. Wir investieren in die Infrastruktur, schaffen Arbeitsplätze und verbessern damit den Lebensstandard."

NGO ihrerseits kreiden dem Konzern aufgrund von gesundheitsschädigenden Ausstössen seiner Kupfermine Mopani in Sambia unmenschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Angestellten an. Ausserdem werfen sie Glencore Steuerhinterziehung vor. Glasenberg sagt zu solchen Vorwürfen: "Das sind rufschädigende Gerüchte, und es ist einfach falsch."

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SDA-ATS