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Das griechische Statistikamt verzichtet nach Kritik aus Brüssel auf sogenannte Schnellmeldungen zur Wirtschaftsleistung. (Archiv)

KEYSTONE/AP/PETROS GIANNAKOURIS

(sda-ats)

Das seit Jahren von der EU kritisch beäugte Statistikamt Griechenlands will vorerst auf sogenannte Schnellmeldungen zur Wirtschaftsleistung verzichten.

Ein ranghoher Beamter der Behörde Elstat sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Montag, die ursprünglich für den 14. August anstehende Veröffentlichung der Daten für das zweite Quartal werde abgeblasen. Stattdessen solle erst am 1. September eine erste Schätzzahl für das Bruttoinlandprodukt (BIP) genannt werden.

Die Umstellung sei nötig, da die Datenbasis zuletzt unvollständig gewesen sei. Elstat hatte bei solchen Meldungen, die jeweils 45 Tage nach Quartalsende anstehen, mehrfach daneben gelegen.

"Wir werden wahrscheinlich auch in den nächsten Quartalen keine Schnellmeldungen mehr veröffentlichen, nachdem es zuletzt immer wieder zu Diskrepanzen gekommen ist", sagte der Beamte. Damit folgt Griechenland dem Vorbild von Irland, Luxemburg und Schweden, die ebenfalls keine Schnellmeldungen herausgeben.

In Kritik geraten

Die Statistiker in Athen gerieten bereits mehrfach in die Kritik. So hatte Elstat zunächst ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 0,1 Prozent gemeldet und die Zahl 15 Tage später auf plus 0,4 Prozent revidiert.

Die EU-Kommission hat Elstat bereits 2010 Mängel vorgeworfen. Das zuständige europäische Aufsichtsgremium äusserte sich im Mai 2017 zudem "sehr besorgt" über die Zustände in der Behörde. Leiter der Behörde liefen Gefahr, für ihre beruflichen Entscheidungen persönlich haftbar gemacht zu werden, was ihre Unabhängigkeit untergrabe.

Anfang August wurde der frühere Chef der Statistikbehörde wegen Pflichtverletzung im Amt zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Ein Berufungsgericht befand ihn für schuldig, ohne Rücksprache mit dem Vorstand griechische Haushaltsdaten für 2009 an die EU-Statistikbehörde Eurostat gemeldet zu haben.

Das chronisch klamme Griechenland hängt seit 2010 am Tropf der Euro-Geldgeber. Athen hat im Gegenzug für die Milliardenhilfen Reformen auf den Weg gebracht, darunter Einschnitte im Renten- und Steuersystem.

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SDA-ATS