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Der Grüne Bernhard Pulver - derzeit Regierungspräsident des Kantons Bern - verzichtet auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit. (Archivbild)

Keystone/Thomas Delley

(sda-ats)

Der Grüne Berner Regierungsrat Bernhard Pulver tritt im Frühling nach zwölf Jahren im Amt ab. Die beiden Grünen Berner Nationalrätinnen Regula Rytz und Christine Häsler überlegen sich eine Kandidatur.

Beide betonten auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass sie sich einen solchen Schritt sehr gründlich überlegen wollen.

Für Regula Rytz böte ein Sitz in der Berner Kantonsregierung einerseits "enorme Gestaltungsmöglichkeiten, und es wäre mir eine Ehre, in die Fussstapfen von Bernhard Pulver zu treten." Andererseits stehe sie nun "mit beiden Füssen" in der Bundespolitik, sagte die 55-jährige Präsidentin der Grünen Schweiz.

Bernhard Pulver habe eine "grosse und ambitionierte Spur" vorgelegt, sagte auch Nationalrätin Christine Häsler, Fraktionsvizepräsidentin der Grünen. Auch wenn es sich um eine spannende Aufgabe handle, habe sie "grossen Respekt".

Auch erfahrene Grossrats- oder Exekutivmitglieder grösserer Gemeinden könnte sich die Partei für eine Kandidatur vorstellen. Die Delegiertenversammlung der Berner Grünen entscheidet am 17. Oktober definitiv über eine Kandidatur.

Neue Kraft schöpfen

"Jetzt ist es gut und wieder Zeit für etwas anderes", begründete Pulver am Dienstag vor den Medien seinen Entscheid. Nach zwölf Jahren im Amt tue ein Wechsel gut. Nach seinem Rücktritt will Pulver zuerst einige Monate ausspannen und neue Kraft tanken. Was er danach mache, sei offen.

Auf jeden Fall werde er mit seinen 52 Jahren nicht einfach "privatisieren", sondern sich weiterhin für das Gemeinwohl einsetzen. Eine Rückkehr in die Politik, allenfalls als Ständeratskandidat schloss Pulver nicht aus.

Pulvers Rücktritt wird im Kanton Bern von Weggefährten wie auch von politischen Widersachern bedauert. Der Grüne galt stets als undogmatischer Magistrat mit gutem Gespür für mehrheitsfähige Lösungen und wurde bis weit ins bürgerliche Lager anerkannt und geschätzt.

Pulver schaffte 2006 den Sprung in die Berner Kantonsregierung. Als Erziehungsdirektor war er von Beginn an bestrebt, Ruhe in den Schulbetrieb zu bringen und den Lehrkräften Freiräume in ihrer täglichen Arbeit zu gewähren. Zugleich gelang es ihm, Mehrheiten zum Beispiel für die Einführung der Basisstufe zu finden.

Zu seinen politischen Erfolgen gehören unter anderem das neue Pensionskassengesetz, das die Sanierung der Pensionskassen für das Staatspersonal und die Lehrkräfte ermöglicht. Pulver schaffte es, das Stimmvolk von dieser teuren und dadurch unpopulären Vorlage zu überzeugen.

Eine wichtige Rolle spielte der fliessend französisch sprechende Pulver auch in der regierungsrätlichen Jura-Delegation, die sich um eine endgültige Lösung der Jurafrage bemühte.

Als Pulvers politisches Gesellenstück gilt sein Präsidium der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zur Bernischen Lehrerversicherungskasse in den Jahren 2004/2005.

Grosse Rochade

Mit Pulvers Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur bei den Wahlen Ende März 2018 kommt es in der Berner Regierung zu einer grösseren Rochade. Schon seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Barbara Egger (SP) und Hans-Jürg Käser (FDP) nicht mehr antreten werden. Mit Egger, Pulver und Käser treten die drei amtsältesten Regierungsmitglieder ab.

Die übrigen Mitglieder des siebenköpfigen Regierungsrats streben eine weitere Amtszeit an.

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SDA-ATS