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Die Förderung von Schiefergas mittels Fracking ist international umstritten. In der Schweiz gibt es noch keine konkreten Projekte, die den Einsatz dieser Fördertechnik vorsehen. Trotzdem fordern die Grünen nun ein nationales Förderverbot.

Die Co-Präsidentin der Grünen, Adèle Thorens, zählte vor den Medien in Bern jene Punkte auf, die aus Sicht der Partei gegen die Schiefergas-Förderung sprechen: der enorme Wasserverbrauch, die Gefahr der Grundwasserverschmutzung durch den Einsatz von Chemikalien sowie das Erdbeben-Risiko.

Es sind dies die bekannten Kritikpunkte, die gegen das sogenannte Fracking vorgebracht werden. Bei der relativ neuen Fördertechnik wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und teilweise giftigen Chemikalien in tief liegendes Schiefergestein gepresst. Das Gestein wird so aufgebrochen. Dadurch kann etwa Schiefergas gefördert werden, das zuvor unzugänglich war.

"Sauberes Fracking"

Fracking kommt aber nicht nur bei der Schiefergas-Förderung zum Einsatz. Auch bei einigen Geothermie-Projekten wird das Gestein mit Wasser unter Druck gesetzt. Der Nutzung der Erdwärme stehen die Grünen allerdings grundsätzlich positiv gegenüber. Thorens stellte deshalb klar, dass "die Grünen kein generelles Fracking-Verbot wollen".

Die Partei fordert aber einheitliche Regelungen von Tiefenbohrungen und eine klare Koordination zwischen den Kantonen. Damit sollen die Voraussetzungen für "sauberes Fracking" geschaffen werden. Eingesetzt werden sollen nur noch Technologien und Stoffe, die für Mensch und Umwelt unbedenklich sind.

Verbieten wollen die Grünen den Einsatz von Fracking hingegen im Zusammenhang mit der Förderung von fossilen Energieträgern wie Erdgas und Erdöl. Die Partei habe bereits früher aufgezeigt, dass der Ausstieg aus der Atomenergie auch ohne fossiles Gas möglich sei, sagte Nationalrätin Aline Trede (BE).

Die Grünen streben deshalb ein nationales Verbot für die unkonventionelle Förderung fossiler Energie oder zumindest ein entsprechendes Moratorium an. Der Bundesrat hatte im Februar zwar seine Skepsis gegenüber der Fracking-Technologie ausgedrückt. Ein allfälliges Verbot liege aber nicht in der Kompetenz des Bundes, da die Nutzung der Bodenschätze Sache der Kantone sei.

Moratorium im Kanton Waadt

Ein Moratorium für die unkonventionelle Förderung von fossilen Energieträgern kennt heute nur der Kanton Waadt. In Genf hat die Kantonsregierung erklärt, sie bereite ein entsprechendes Verbot vor.

In Neuenburg wiederum wollen die Grünen im Herbst eine kantonale Initiative lancieren. Verboten werden sollen Bohrungen, die eine Gefahr für das Trinkwasser darstellen. Im Westschweizer Kanton sorgt derzeit ein Projekt zur Förderung von Erdgas im Val-de-Travers für Aufsehen.

Im Juni war ein Bericht aufgetaucht, wonach das mit dem Projekt betreute britische Unternehmen Celtique Energie trotz anderslautender Beteuerungen das Potenzial zur Förderung von Schiefergas abklären liess.

Fracking-Boom in den USA

Noch ist die Schweiz also nicht direkt betroffen von der Förderung von Schiefergas mittels Fracking. Anders die Situation in den USA, wo die Fördermethode regelrecht boomt. Der Gaspreis ist dadurch spürbar gesunken.

"Fracking ist in der Schweiz sehr wohl ein Thema", sagte die Berner Nationalrätin Trede am Montag. Die Grünen warten nun den Bericht ab, den der Bundesrat im Mai angekündigt hatte. Dies als Antwort auf einen Vorstoss von Trede. Darin wird die Regierung aufgefordert, ihre Haltung gegenüber dem Fracking deutlich darzulegen.

Die Kritik der Grünen an der umstrittenen Fördertechnik findet auch auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums Anklang: Der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann hatte den Bundesrat im vergangenen Jahr aufgefordert, sich gegen Fracking-Pläne am Bodensee einzusetzen.

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SDA-ATS