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Das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance wird wesentlich grösser als ursprünglich geplant. Das eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat grünes Licht für die Erweiterung der bereits in Bau befindlichen Anlage gegeben.

Ursprünglich war eine Anlage mit vier Turbinengruppen und einer Gesamtleistung von 600 Megawatt geplant. Mit Hilfe von zwei weiteren 150-Megawatt-Turbinengruppen wird die Gesamtleistung nun nachträglich auf 900 Megawatt gesteigert. Damit wird Nant de Drance annähernd die gleiche Leistung haben wie das Atomkraftwerk Gösgen.

Das UVEK bewilligte auch die Erhöhung der Staumauer von Vieux-Emosson um 21,5 Meter. Damit wird das Volumen des Speichersees verdoppelt, wie das UVEK am Dienstag mitteilte. Die Einsprachen von drei Walliser Gemeinden wurden nach Verhandlungen zurückgezogen, wie Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie auf Anfrage sagte.

Die Nant de Drance SA verpflichtete sich, neben den bereits vorgesehenen Umweltkompensationsmassnahmen weitere Massnahmen im Umfang von rund 10,5 Millionen Franken umzusetzen. Es handelt sich um Moor-Sanierungen oder Aufforstungen, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Kraftwerkbau stehen.

Strom auf Abruf

An der Nant de Drance SA sind der Stromkonzern Alpiq mit 54 Prozent, die SBB mit 36 Prozent und der Kanton Wallis mit 10 Prozent beteiligt. Seit Juni 2009 baut das Unternehmen bei Finhaut VS ein unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk zwischen den beiden Stauseen Emosson und Vieux-Emosson.

Nach Angaben von Alpiq verzögert sich der Fahrplan für den Bau wegen der Erweiterung nicht. Wie geplant soll die Anlage ab 2016 in schrittweise in Betrieb gehen. Produziert wird so genannter Spitzenstrom für Zeiten mit hohem Bedarf.

Kreislauf zwischen zwei Seen

Dieser ist vor allem für die SBB bestimmt. Wegen dichterer Fahrpläne und modernerer Züge braucht das Bahnunternehmen bis 2030 rund 40 Prozent mehr Leistung. Einen Teil dieses zusätzlichen Bedarfs soll mit Nant de Drance abgedeckt werden.

Das Kraftwerk funktioniert als geschlossener Kreislauf zwischen den beiden Emosson-Seen. Mit günstigem Strom aus Wasser-, Atom- und Kohlekraftwerken wird nachts Wasser vom unteren in den oberen See gepumpt. Bei Bedarf - etwa wenn zur vollen Stunde in der ganzen Schweiz Dutzende von Zügen gleichzeitig anfahren - wird das Wasser durch die Turbinen geschickt.

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SDA-ATS