Navigation

Gruppe C: Offene Ausgangslage

Dieser Inhalt wurde am 29. Mai 2014 - 08:59 publiziert
(Keystone-SDA)

Fussball - Die Gruppe C gilt als die ausgeglichenste WM-Vorrundengruppe. Kolumbien ist leicht zu favorisieren, aber auch Griechenland, die Elfenbeinküste und Japan machen sich Hoffnungen auf die Achtelfinals.
Die Wettbüros sind sich einig: Kolumbien ist der Gruppenfavorit, Japan und die Elfenbeinküste kämpfen um das zweite Ticket für die Achtelfinals, Griechenland wird als Aussenseiter gehandelt. Eine klare Rollenverteilung gibt es allerdings nicht; realistische Chancen auf ein Weiterkommen haben alle. Wer immer sich auch durchsetzt, in den Achtelfinals dürfte mit Italien, Uruguay oder England auf beide Qualifizierten ein harter Brocken warten.
Noch keine der vier Nationen ist an Weltmeisterschaften gross in Erscheinung getreten. Kolumbien und Japan erreichten als bestes Resultat die Achtelfinals, die Elfenbeinküste und Griechenland scheiterten bei ihren zwei bisherigen Teilnahmen in der Vorrunde. Erfolgreicher schnitten die Teams bei kontinentalen Turnieren ab. Japan gewann 2011 den letzten Asien Cup, die Elfenbeinküste stand 2012 im Final des Afrika Cups, und Griechenland, der Sensationssieger der EM 2004, qualifizierte sich vor zwei Jahren an der EURO in Polen und der Ukraine immerhin für die Viertelfinals.
Mit oder ohne Falcao?
Kolumbien schloss die Qualifikation als Zweiter hinter Argentinien ab und stiess dank seinen Erfolgen in die Top 5 der Weltrangliste vor. Die aktuelle Mannschaft gilt als die stärkste der Geschichte, noch besser als das Team um Carlos Valderrama, das sich in den Neunzigerjahren dreimal in Folge für die Endrunde qualifiziert hat. Viele Experten zählen die Mannschaft des Argentiniers José Pekerman zu den Geheimfavoriten in Brasilien.
Die Euphorie des im Nordwesten Südamerikas liegenden Staates und seiner Bevölkerung hatte am 22. Januar einen argen Dämpfer erlitten, als Radamel Falcao, der unbestrittene Star des Teams und Top-Torjäger, in einem Cupspiel mit der AS Monaco das Kreuzband riss. Für den 28-Jährigen, mit 60 Millionen Euro der teuerste Fussballer in der Geschichte Kolumbiens, begann der Wettlauf gegen die Zeit. Ob er an der WM spielen kann, ist noch ungewiss.
Drogbas letzter Auftritt
Was Falcao für Kolumbien ist, war Didier Drogba ein Jahrzehnt lang für die Elfenbeinküste. Der 36-jährige Stürmer von Galatasaray Istanbul ist nicht nur dank seiner sportlichen Erfolge in Europa, wo Drogba 2012 mit Chelsea die Champions League gewonnen hat, sondern auch dank seinem humanitären und politischen Engagement im westafrikanischen Staat mit seinen gut 20 Millionen Einwohnern ein Volksheld.
In Brasilien bietet sich dem Stürmer die letzte Chance auf einen grossen Erfolg mit der Nationalmannschaft. 2006 und 2010 war die "Goldene Generation" der Ivorer um Drogba und die beiden Touré-Brüder nach der Vorrunde nach Hause gefahren. Im dritten Anlauf soll es nun klappen. Mit Geoffroy Serey Die, Giovanni Sio (beide Basel) und Seydou Doumbia (ZSKA Moskau) dürfen sich auch drei Spieler mit Super-League-Erfahrung Hoffnungen auf die WM-Teilnahme machen.
Santos' Abschied
Zu einem Stammgast an grossen Turnieren ist Griechenland geworden. Seit dem EM-Titel 2004 nahmen die Griechen an fünf von sechs möglichen Turnieren teil. Der Portugiese Fernando Santos setzte die erfolgreiche Arbeit von Otto Rehhagel fort und qualifizierte sich sowohl für die EM 2012 als auch für die WM 2014. Die Basis der Erfolge bildet die starke Defensive. In den zehn Gruppenspielen der Qualifikation kassierte Griechenland nur vier Gegentore.
Das Abschneiden Griechenlands bei Weltmeisterschaften liess bisher zu wünschen übrig. Die Premiere 1994 endete mit einem Abschied nach drei Niederlagen und einem Torverhältnis von 0:10. 2010 gelangen zwar der erste Sieg und die ersten Tore, dennoch schied man wieder in der Gruppenphase aus.
Hohe Erwartungen in Japan
Auch Japan, der asiatische Vertreter der Gruppe, vertraut auf einen ausländischen Coach. Der japanische Verband setzte nach dem Achtelfinal-Aus 2010 in Südafrika auf den Italiener Alberto Zaccheroni. Nach dem Sieg beim Asien Cup und der schnellsten Qualifikation aller 31 Teams ist die Erwartungshaltung gross, zumal immer mehr japanische Fussballer in europäischen Topligen Fuss fassen. Allein in der deutschen Bundesliga sind rund ein Dutzend japanische Spieler engagiert, die Stars Shinji Kagawa (Manchester United) und Keisuke Honda (AC Milan) werden in ihrer Heimat vergöttert. In Brasilien soll es im fünften Versuch mit der erstmaligen Qualifikation für die Viertelfinals klappen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?