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Der Spezialkunststoff-Hersteller Gurit hat im Windenergiegeschäft ein enttäuschendes Jahr hinter sich. Das Toggenburger Unternehmen rechnet jetzt zwar mit einer Erholung, trotz AKW-Katastrophe in Japan aber nicht mit einem schlagartigen Boom.

Der Negativ-Trend bei der Windenergie in Europa und Nordamerika dürfte sich zwar deutlich verändern, sagte Konzernchef Rudolf Hadorn am Montag am Rande der Bilanz-Medienkonferenz von Gurit in Zürich.

Windenergieprojekte liessen sich aber nicht von heute auf morgen realisieren und es brauche den politischen Willen. Angesprochen auf die AKW-Katastrophe in Japan sagte Hadorn, es zeige sich, dass die Energieversorgung langfristig angegangen werden müsse und auch Kostenwahrheit nötig sei.

2011 rechnet Gurit, die Spezialkunststoffe auch für den Schiffbau sowie für die Ausstattung von Flugzeugen, Raketen, Eisenbahnen und Strassenfahrzeuge herstellt, mit steigenden Umsätzen in allen Zielmärkten. Eine konkrete Prognose gab die Firma nicht ab.

"Wir sind bereit, wir haben die Kapazitäten", sagte Hadorn. 2012 oder 2013 sollen die Märkte zu ihren früheren Wachstumsraten im zweistelligen Bereich zurückkehren.

Weniger Umsatz

Im vergangenen Jahr schrumpfte der Umsatz der Gruppe, wie bereits bekannt, um 0,9 Prozent auf 311,6 Mio. Franken. Zu konstanten Wechselkursen hätte ein Wachstum um 2,7 Prozent resultiert. Insbesondere tiefere Steuern in China und höhere Margen führten dazu, dass der Reingewinn um 19,2 Prozent auf 24,9 Mio. Fr. stieg.

Tiefere Gas- und Ölpreise sowie gekürzte Subventionen für Alternativenergien wegen der Schuldenkrise belasteten die Windkraft-Sparte stark. Der Umsatz sank wegen geringerer Nachfrage nach den Glas- und Kohlefaser-Materialien um 22,9 Prozent auf 158,5 Mio. Franken. Dagegen stieg der Absatz von Strukturkernen, die auch aus dem leichten Balsaholz gefertigt werden.

Besonders gebremst wurde das Geschäft in Spanien, auch in den USA blieben viele Alternativ-Energie-Projekte der Regierung Obama in der Schublade. Stark entwickelte sich dagegen China. Mittlerweile erzielt Gurit ein Drittel des Umsatzes in Asien und beschäftigt in China die Hälfte der Mitarbeiter.

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SDA-ATS