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Im Prozess um einen mutmasslichen Putschversuch hat ein türkisches Gericht in Istanbul die Inhaftierung von 162 ehemaligen Armeeangehörigen angeordnet. 133 von ihnen seien bei der Verhandlung anwesend gewesen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Darunter waren der frühere Marinechef Özden Örnek und der Ex-Luftwaffenchef Ibrahim Firtina. Nach Angaben des türkischen Fernsehsenders NTV wurden die beiden direkt aus dem Gerichtssaal in ein Gefängnis gebracht.

Gegen weitere 29 Beschuldigte, unter ihnen der Hauptangeklagte und General ausser Dienst, Cetin Dogan, erging demnach in Abwesenheit Haftbefehl. Der Prozess um den angeblichen Umsturzversuch namens "Vorschlaghammer" gegen insgesamt 196 Verdächtige hatte im Dezember begonnen.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Jahr 2003 Anschläge auf Moscheen geplant zu haben, um das Land ins Chaos zu stürzen und einen Staatsstreich gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Sie wollten demnach die damals neue Regierung der religiös geprägten Partei AKP aus Angst vor einer Islamisierung des Landes stürzen.

Seit dem Beginn der Ermittlungen im Februar des vergangenen Jahres wurden mehrfach Angeklagte festgenommen und wieder freigelassen. Die türkische Armee versteht sich als Verteidigerin der laizistischen Grundordnung des Landes und stürzte in einem halben Jahrhundert bereits vier Regierungen.

Gegner werfen der Regierung vor, mittels der Ermittlungen die Armee diskreditieren zu wollen. Den Angeklagten drohen 15 bis 20 Jahre Haft.

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SDA-ATS