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Ein Moskauer Berufungsgericht hat am Dienstag das Urteil der Vorinstanz gegen den inhaftierten Kremlkritiker Michail Chodorkowski bestätigt. Allerdings wurde dessen 14-jährige Freiheitsstrafe um ein Jahr reduziert.

Der ehemalige Öl-Oligarch und sein früherer Geschäftspartner Platon Lebedew müssen demnach noch bis 2016 in Haft bleiben. Der Richter räumte ein, dass sich der Manager des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos weniger habe zu Schulden kommen lassen, als ihm zunächst vorgeworfen wurde.

Chodorkowski soll nun nur 90 Millionen Tonnen Öl unterschlagen haben. Der Richter reduzierte die Menge also um 128 Millionen Tonnen im Wert 68 Milliarden Rubel (rund 2,1 Milliarden Franken). Das Urteil im Dezember 2010 war wegen Diebstahls von 218 Millionen Tonnen Öl ergangen.

Chodorkowski hatte dies bei der Verhandlung erneut als "absurd" kritisiert. Seine Anwälte sprachen nach dem neuen Richterspruch von einer "kosmetischen Korrektur". Sie wollen weiter für einen Freispruch kämpfen. Nächste Instanz ist der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.

Attacke gegen Justiz

Chodorkowski hatte die russische Justiz während des Verfahrens scharf angegriffen. Hinter seiner Verurteilung im Dezember stehe eine "giftige stalinistische Spinne", sagte Chodorkowski, der im Gericht in einem Glaskasten sass.

Die Richter müssten das Urteil aufheben, andernfalls wären sie nicht besser als "die Kriminellen, die auf das Gesetz spucken", sagte er sichtlich aufgebracht. "Ich habe nichts mit Kriminellen zu besprechen, auch nicht mit solchen in einer Richterrobe. Ich brauche keine Gnade von Verbrechern", sagte Russlands prominentester Häftling. Über sein Schicksal werde ohnehin "nicht im Gericht entschieden".

"Wir haben genug von den Lügen"

Chodorkowski forderte die Behörden auf, die Menschen nicht länger zu provozieren. "Wir haben genug von der Willkür, wir haben genug von den Lügen", erklärte er. "Wir haben genug von den Bestechlichen und Schwindlern an der Macht, die sich alles erlauben und keine Regeln und Autoritäten anerkennen."

Die Verurteilung war international scharf kritisiert worden.

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SDA-ATS