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Hans Leutenegger ist ein Paradebeispiel dafür, wie man aus seinem Leben das Optimum herausholt. Die Vita des Viererbob-Olympiasiegers von 1972 aus dem Thurgau ist vielseitig.

"Viele lustige Zufälle" haben im Leben des Selfmade-Millionärs stets eine wichtige Rolle gespielt. Das gilt für seine Karriere vom Hinterthurgauer Bauernsohn zum Geschäftsmann mit einer schweizweit und in Süddeutschland tätigen Personalvermittlungsfirma im Bauwesen. Immer wieder habe er am richtigen Ort die richtigen Leute getroffen, sagt Leutenegger.

Durch Begegnungen wurde er zum temporären Skilehrer und Kutscher in Lech am Arlberg, zum Vertreter von Haushaltswaren in Zürich, zum Bauschlosser in den Niederlanden und von dort zum Wasserleitungs-Monteur auf Jamaika. Mitte der Achtzigerjahre verhalf ihm - welch Zufall - ein Zufall zur ersten von insgesamt 38 Filmrollen.

Ein gutes Menschengespür half Leutenegger auch beim Einstieg in den Bobsport. 1959 gewann er in Basel den ersten von vier eidgenössischen Kränzen als Nationalturner. "Das war wie ein Oscar in Hollywood. Und es ist bis heute mein sportlich grösster Moment. Er hat mich geprägt." Damals wie heute suchten Bobfahrer in der Leichtathletik- und Turnerszene nach geeigneten Anschiebern für ihre Schlitten.

Jean Wicki, der den Schweizer Bobsport mit Olympia-Bronze 1968 nach Hungerjahren an die Spitze zurückgeführt hatte, wollte für die Spiele vier Jahre später ein noch besseres Team zusammenstellen. Er wurde in den beiden Zehnkämpfern Werner Camichel und Edy Hubacher sowie ab 1971 im Nationalturner Leutenegger fündig. "Wir träumten vom Olympia-Podest ", erzählt Leutenegger, der sich an seinem 29. Geburtstag unter dem Pseudonym Fredy Kratzer erstmals in einen Bob gesetzt hatte.

Der brillante Pilot Wicki überliess nichts dem Zufall, reiste bereits ein Jahr vor den Spielen erstmals nach Sapporo. Zurück kam er mit der Erkenntnis, dass man beim Start zu den Top 3 gehören musste, um eine Chance auf eine Medaille zu haben. Die Startzeiten waren nicht in jedem Lauf sehr gut. Gleichwohl reichte es dem Waadtländer Steuermann erst zu Bronze mit Hubacher im Zweier und dann zu Gold im Vierer.

Leuteneggers Geschichte in Sapporo, "dem drittwichtigsten Tag meines Lebens", ist aus mehreren Gründen speziell. Er rückte nach Rang 3 an der Schweizer Zweierbob-Meisterschaft (mit Hans Kleinpeter) als Ersatzmann für den nach einem Autounfall von Ärzteseite gesperrten Roland Sedleger nach. Dabei hatte sich Leutenegger an den nationalen Titelkämpfen in St. Moritz den kleinen Finger der linken Hand gebrochen. Und er musste in den dreieinhalb Wochen bis zum Viererbob-Rennen in Sapporo vier bis fünf Kilogramm abnehmen, um das Bob-Limit (630 kg) nicht zu gefährden. "Deshalb ass ich nur das Nötigste."

Nach dem Olympiasieg, den Schweiz 1 in sprichwörtlich einmaliger Zusammensetzung herausgefahren hatte, zwang ihn eine doppelte Lungenentzündung zu einem über zweiwöchigen Spitalaufenthalt in Tokio. Leuteneggers noch immer enger Freund Wicki, der ebenfalls in einer Villa in Rolle am Genfersee wohnt, blieb eine Woche bei ihm. "Bis ich über dem Berg war und die Ärzte Entwarnung gaben. Es war nämlich knapp."

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The citizens' meeting

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SDA-ATS