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Hausarzt-Initiative mit über 200'000 Unterschriften eingereicht

Dieser Inhalt wurde am 01. April 2010 - 10:11 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - In der Schweiz zeichnet sich bis 2021 ein dramatischer Hausärzte-Mangel ab. Um das zu verhindern, hat ein Komitee von Hausärzten in Bern die Initiative "Ja zur Hausarztmedizin" mit über 200'000 Unterschriften eingereicht.
Die Initiative mit der hohen Unterschriftenzahl wolle die medizinische Grundversorgung langfristig sichern, teilte der Verband Hausärzte Schweiz mit. Die Unterschriften kamen in rund fünf Monaten zusammen. Der Verband warnt, wenn nichts geschehe, werde in elf Jahren nur noch ein Viertel der heute tätigen Hausärzte im Einsatz sein.
Gemäss einer repräsentativen Studie der Universität Basel werden bis 2016 die Hälfte der heute praktizierenden Hausärztinnen und Hausärzte in Pension gehen. Bis 2021 werden es gar 75 Prozent sein, teilte der Verband mit.
Darum müssten bis 2016 rund 3200 und bis in elf Jahren 4700 neue Hausärzte das Pensum der Pensionierten übernehmen. Damit ist es aber schlecht bestellt: Gemäss Berufszielstudien der Uni Basel wollen nur noch 10 Prozent aller Medizin-Studentinnen und Studenten in die Hausarztmedizin einsteigen.
Nur mit der Pensenübernahme von den Pensionierten ist es allerdings nicht getan: Die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung verschärft das Problem zusätzlich. Die Mehrzahl der alterbedingten Krankheiten fällt in die Kompetenz der Hausärzte, der Bedarf an Hausarztmedizin steigt damit sowohl mengenmässig als auch qualitativ. Alle Versuche, den drohenden Hausarztmangel zu stoppen, scheiterten nach Verbandsangaben bisher an der Politik.
Die Volksinitiative ist das erste politische Grossprojekt des im September 2009 gegründeten Verbands Hausärzte Schweiz, dem alle bisherigen Grundversorgerorganisationen angehören. Insgesamt umfasst die Organisation nach früheren Angaben rund 7000 Mitglieder. Das Initiativkomitee besteht aus 26 Hausärztinnen und -ärzten.
Der Initiativtext wurde von Heinrich Koller ausgearbeitet. Er ist Professor an der juristischen Fakultät der Universität Basel und ehemaliger Direktor im Bundesamt für Justiz.

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