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Heftige Zusammenstösse zwischen Muslimen und Christen in Kairo

Bei Zusammenstössen zwischen Muslimen und koptischen Christen sind in der ägyptischen Hauptstadt Kairo am Samstagabend mehr als 50 Menschen verletzt worden. Die meisten Verwundeten hätten Brüche und Prellungen erlitten, erklärte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums.

Auslöser war nach Angaben der Polizei ein Streit zwischen einem jungen Muslim und Kopten, die im Zentrum Kairos vor dem Gebäude des Staatsfernsehens einen Sitzstreik abhielten. Die Protestaktion der Kopten richtete sich gegen einen Angriff auf zwei Kirchen im Stadtteil Imbaba, in dessen Folge am 7. Mai 15 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden waren.

Nach Angaben der Polizei kehrte der junge Muslim nach dem Streit, der am Samstag Auslöser der Zusammenstösse war, mit mehreren Freunden und einem Jagdgewehr zurück und gab mehrere Schüsse auf die Kopten ab. Daraufhin hätten sich die beiden Lager gegenseitig mit Steinen beworfen. Zudem seien Molotowcocktails auf Autos der Christen geflogen.

Verhärtete Fronten

Am Sonntag versammelten sich unter starkem Polizeischutz rund tausend Kopten mit Holzkreuzen vor dem Sitz des Staatsfernsehens. "Wir sind Ägypter, keine Ausländer. Wir sind das ursprüngliche Volk Ägyptens. Die Polizei steht auf der Seite der Muslime und die Armee schaut zu", sagte ein Demonstrant.

Seit den Ausschreitungen in Imbaba ist die Stimmung stark angespannt. Die muslimischen Angreifer hatten bei dem Vorfall angegeben, eine Frau aus einer Kirche befreien zu wollen, die zum Islam übergetreten sei und einen muslimischen Mann heiraten wollte.

Seit Monaten mehren sich in Ägypten die Angriffe auf die koptische Minderheit. Bis zu zehn Prozent der Ägypter sind Kopten. Sie klagen seit langem über Diskriminierung und warnen, dass seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak am 11. Februar die Präsenz und der Einfluss der Islamisten in der Öffentlichkeit gestiegen sei.

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