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Der elffache EM-Medaillengewinner Max Heinzer kann seine kontinentale Medaillen-Sammlung an der EM in Tiflis erweitern.

Der zweifache Olympia-Diplomgewinner von Rio de Janeiro ist auch in Tiflis der grösste Schweizer Hoffnungsträger auf den Gewinn von Edelmetall. Der neuerdings in der Stadt Zürich wohnende Schwyzer gewann bislang fünf Einzel-EM-Medaillen, davon zuletzt drei in Folge. 2011 und 2012 und 2014 in Strassburg holte er jeweils Bronze. 2015 in Montreux sowie im Vorjahr in Polen Silber. Ein Einzel-EM-Titel im Einzel fehlt Heinzer allerdings noch.

"Unlesbar bleiben"

Heinzer sagt: "Ich habe das Gefühl, dass ich in diesem Nach-Olympia-Jahr noch nicht alles ausgereizt habe. Ich überlege mir stets neue Aktionen, um unlesbar zu bleiben. Viele neue Aktionen sind quasi auch ein Zurück zur Basis. Nicht jeder Punkt muss kompliziert aufgebaut werden. Das ist auch besser für meinen Energiehaushalt."

Gerade an den EM ist dies vorab im Einzel von immenser Bedeutung. Denn im Gegensatz zu Weltcup und WM sind die Top 16 nicht für die letzten 64 gesetzt und müssen bereits durch die "Qualifikations-Mühle" der Vorrunde.

Mit dem Team war der knapp 30-jährige Heinzer schon je dreimal WM-Dritter und Europameister, letztmals 2014. Im Vorjahr gingen die Schweizer Männer im EM-Teamwettbewerb allerdings ebenso leer aus wie später im Kampf um Edelmetall bei den Olympischen Spielen, wo das Schweizer Team schon zum Auftakt in den Viertelfinals an Italien scheiterte.

Team-Rückkehr von Steffen

Benjamin Steffen, der Olympia-Vierte im Einzel von Rio, hatte nach den Sommerspielen aufgrund der hohen Belastung (Beruf und Fechten) eine Auszeit vom Team genommen und war an den ersten Weltcup-Turnieren der neuen Saison nur im Einzel angetreten. Mittlerweile ist der 35-jährige Basler aber auch im Team zurück.

Im Einzel gewann der routinierte Linkshänder, der schon 2000 an der Seite von Athen-Olympiasieger Marcel Fischer erstmals Team-EM-Gold geholt hatte, zuletzt vor einer Woche gar seinen bereits siebten Elite-Meistertitel. Und dies mit einem spektakulären Overtime-Finalsieg über Heinzer.

"Weniger die Rekordzahl von sieben Meistertiteln bei den Männern, sondern die Art und Weise wie ich gefochten habe, gibt mir Selbstvertrauen", sagte Steffen, der im Mai beim Weltcup in Paris sein Comeback im Schweizer Team gegeben hatte. Und prompt hätten sich die Schweizer dort in den Viertelfinals gegen die in Bestbesetzung angetretenen Olympia-Zweiten aus Italien fast durchgesetzt. "Mit Beni kommt Qualität und Erfahrung ins Team zurück", betonte Heinzer.

Steffen will den gesamten Olympia-Zyklus bis Tokio 2020 mitmachen. Denn sein erklärtes Ziel ist die Verbesserung von Rang 4 bei den Olympischen Spielen. Aktuell ist er mit einem 70-Prozent-Pensum als Englisch- und Sportlehrer tätig. Eine Anstellung als Zeitsoldat (wie Heinzer) auf Beginn der Olympia-Qualifikation mit entsprechender Pensums-Reduktion als Lehrer ist eine Option für Steffen.

"Qualität und Erfahrung zurück"

Steffen ist aktuell die Nummer 18 der Welt, Heinzer die Nummer 4. Der Tessiner Michele Niggeler und der Zürcher Georg Kuhn komplettieren seit Saisonbeginn im letzten Herbst das Schweizer Team. Nicht mehr im Schweizer Nationalteam beziehungsweise in der für Georgien nominierten Equipe ist dagegen Peer Borsky. Der Zürcher, bei Olympia noch die Nummer 4 im Schweizer Team, priorisiert wie zuletzt vor ihm schon Fabian Kauter sein Wirtschafts-Studium.

Die Titelkämpfe von Tiflis sind die ersten EM unter dem neuen Chef-Nationaltrainer Didier Ollagnon, der seit Anfang Jahr im Amt ist. Der Franzose war bis 2007 bereits Schweizer Nachwuchs-Nationalcoach und führte damals Heinzer seinerzeit auf die Top-Position der Junioren-Weltrangliste. Ab 2007 war Ollagnon dann zehn Jahre lang Bundestrainer der deutschen Degen-Männer.

Baisse bei den Degen-Frauen

2020 in Tokio werden nach dem jüngsten IOC-Entscheid erstmals seit Einführung des Frauen-Säbels (seit 2004 im Olympia-Programm) alle Team-Wettbewerbe im Fechten vertreten sein. Unabhängig davon besitzen die Schweizer Degens-Spezialistinnen allerdings gemessen am aktuellen Leistungsvermögen kein Potenzial für die Olympia-Qualifikation als Team.

Die Verbandsspitze um Präsident Olivier Carrard ist sich derzeit nicht einmal sicher, ob die WM von Ende Juli in Leipzig mit einem Frauen-Team beschickt wird. Dies aufgrund der bescheidenen Weltcup-Resultate in der laufenden Saison. Gegenteilige Überzeugungsarbeit können die Schweizerinnen in Tiflis leisten.

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SDA-ATS