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Genf - Die Genfer Privatbank HSBC Suisse kommt nach dem gross angelegten Datenklau vom letzten Jahr offenbar glimpflich davon. Obschon 15'000 ihrer Kunden von der Affäre betroffen waren, konnte die auf sehr reiche Kunden spezialisierte Bank die Kundenvermögen im ersten Halbjahr 2010 netto um 4,9 Mrd. Fr. steigern.
Bankenchef Alexandre Zeller machte am Donnerstag vor der Presse in Genf keinen Hehl daraus, dass die Affäre durch den Ex-Mitarbeiter Hervé Falciani ein "wahrer Marathon" sei. Er geht davon aus, dass "dessen zweite Hälfte" nun erreicht sei.
"Wir wollen diese Affäre nicht kleinreden, aber die Nachricht ist verdaut", sagte Zeller, der die Schweizer Tochter der britischen Grossbank HSBC leitet. Es hätte keine Massenflucht der Kunden gegeben und dank ihrer breiten geographischen Abstützung der Vermögen sei die Zukunft der Bank nicht in Gefahr.
Wie die Ergebnisse zeigten, sei die Bank "in Form", sagte Zeller. Die verwalteten Vermögen stiegen um 5,8 Mrd. auf 195 Mrd. Franken, womit die HSBC Schweiz zu den grössen Vermögensverwaltern im Lande zählt. Der Netto-Geldzufluss erreichte im ersten Halbjahr 4,9 Mrd. Franken.
Gewinn sank deutlich.Der Vorsteuergewinn sank im Vorjahrsvergleich um 17 Prozent auf 376 Mio. Franken. Grund ist der wegen den Tiefzinsen in allen Währungen um 28 Prozent tiefere Zinserfolg, denn der Kommissions- und Handelserfolg stieg um 15 Prozent.
Der Reingewinn, der allerdings im Vorjahr von Verkäufen und Bewertungsrückstellungen gestützt gewesen war, sank um 26 Prozent auf 304 Mio. Franken.
Geldabfluss in EuropaDer Neugeld-Zufluss kommt vor allem aus Asien (2,7 Mrd. Franken) und Lateinamerika (1 Mrd. Franken). Einen Netto-Geldabfluss von etwa 600 Mio. Fr. musste die Bank in der Region Europa und Israel hinnehmen.
Dies sei nicht zwingend eine Folge der Datenklau-Affäre, sagte Alexandre Zeller. "Eine Rolle spielt auch die allgemeine Lage in Europa und die italienische Steueramnestie - Zudem sind die am schnellsten wachsenden Märkte die Schwellenländer."
Zeller geht aber davon aus, dass diverse Affären wie die UBS-Krise, CDs mit geklauten Kundendaten und der Druck aufs Bankgeheimnis das Vertrauen in den Schweizer Finanzplatz erschüttert hätten. "Es gibt Kunden, die sich Fragen stellen", sagte der HSBC-Suisse-Chef.
Am wichtigsten sei für die hiesigen Vermögensverwalter aber die Verlässlichkeit des Schweizer Rechtssystems. Ausländer brächten ihr Geld wegen der Stabilität, den guten Rahmenbedingungen, der Vertraulichkeit und des stabilen Frankens in die Schweiz.
Finma untersucht nochDie Untersuchung Datenklau-Affäre durch die Finanzaufsichtsbehörde Finma, die im März eingeleitet worden war, läuft noch. Falciani nahm die Daten von 15'000 Konten mit. Dazu waren noch 9000 inzwischen geschlossene Konten betroffen. Die HBSC will 100 Mio. Fr. investiert haben, um ihre Sicherheit zu verstärken.
Die französische Justiz hatte die Datensätze im Januar 2009 bei Falciani beschlagnahmt. Die Affäre wurde aber erst im Dezember des gleichen Jahres in den Medien publik. Die französischen Behörden haben 3000 Steuersünder entdeckt und sie haben zudem Daten von Tausenden von HSBC-Kunden den Behörden in Italien und Spanien übergeben.

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SDA-ATS