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Muslimische Gläubige beten während der Pilgerfahrt Hadsch auf dem Berg Arafat bei Mekka.

KEYSTONE/EPA/MAST IRHAM

(sda-ats)

Am zweiten Tag der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch haben sich rund zwei Millionen Gläubige zum Gebet auf dem Berg Arafat bei Mekka versammelt. Schon am frühen Donnerstagmorgen strömten die weissgekleideten Pilger auf den Steinhügel südlich der heiligen Stadt.

Das Gebet auf dem Berg Arafat ist einer der Höhepunkte des Hadsch, die zu den fünf Säulen des Islam gehört und die jeder gesunde Muslim ein Mal im Leben absolvieren soll. Das saudische Staatsfernsehen zeigte, wie die in weisse Pilgergewänder gekleideten Gläubigen gemeinsam beteten. Viele schützten sich mit Schirmen vor der Sonne bei Temperaturen bis zu 40 Grad.

"Ich bin heute Nacht hinaufgestiegen und habe gebetet. Ich habe dann Fotos gemacht und meine Familie und meine Freunde angerufen", erzählte die 32-jährige Maolana Yahia aus dem indonesischen Jakarta. Die Tunesierin Fatima Arfaoui sagte, sie wolle auf dem auch Berg der Barmherzigkeit genannten Hügel für ihre drei Kinder und ihre Familie beten.

In der Nähe des Berges war ein Spital eingerichtet, um den oft älteren Pilgern zu Hilfe zu kommen. Ein Vertreter der Hilfsorganisation Roter Halbmond sagte, sie hätten zudem 326 Krankenwagen entlang der Zufahrtswege zum Berg aufgestellt.

Mohammeds letzte Predigt

Laut der islamischen Überlieferung hielt der Prophet Mohammed auf dem Berg Arafat seine Abschiedspredigt vor seinen Anhängern, die ihn auf der Pilgerreise am Ende seines Lebens begleitet hatten. Die Pilger bleiben gemäss dem Hadsch-Ritual bis zum Einbruch der Dunkelheit dort und widmen sich Gebeten und Koranrezitationen.

Am Freitag steht für die Hadsch-Pilger die symbolische Steinigung des Teufels an. Dabei werfen sie Kiesel auf eine Säule, die den Satan symbolisiert. Bei dem Ritual kam es in den vergangenen Jahren immer wieder wegen des grossen Gedränges zu Massenpaniken.

Iranische Pilger wieder dabei

Vor zwei Jahren starben auf dem Weg zum Ort der Steinigung beinahe 2300 Pilger, darunter hunderte Iraner. Teheran machte Saudi-Arabien, das für die Organisation und Sicherheit der Pilgerfahrt zuständig ist, daraufhin schwere Vorwürfe.

Wegen grosser politischer Spannungen zwischen den beiden Regionalmächten konnten vergangenes Jahr keine Iraner am Hadsch teilnehmen. Zwar unterhalten Teheran und Riad noch immer keine diplomatischen Beziehungen, doch erreichten sie zumindest in der Frage des Hadsch eine Einigung, um den iranischen Pilgern die Reise nach Mekka zu ermöglichen.

Unter anderem wurden nach der Katastrophe 2015 die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, um eine bessere Steuerung der Menschenmassen zu garantieren. Rund 100'000 Mitglieder der Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um den reibungslosen Ablauf der Pilgerfahrt zu gewährleisten.

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SDA-ATS