Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Vor zwei Jahren in Bern hat Ilaria Käslin am Schwebebalken das EM-Podest als Vierte nur knapp verfehlt, nun will die 20-Jährige am Sonntag in Glasgow Verpasstes nachholen. Die Konkurrenz ist stark.

Als die Qualifikation am späten Donnerstagabend vorbei und der Druck abgefallen war, verdrückte Ilaria Käslin eine Freudenträne. "Ich habe das erreicht, was ich wollte", sagte die Tessinerin. "Deshalb bin ich mega zufrieden, auch wenn ich das Ganze noch nicht realisiere."

Mit ihrer Qualifikation für den Final am Schwebebalken belohnte Käslin sich und den Schweizerischen Turnverband für nicht ganz einfache letzte Wochen und Monate. Sie selbst erlebte noch einmal einen Wachstumsschub und fand erst in diesem Frühjahr wieder die körperliche Balance, der Ausfall von Giulia Steingruber wiegt sportlich wie menschlich schwer und ging auch an Käslin nicht spurlos vorüber.

Auch in den Tagen vor dem Wettkampf verlief nicht alles reibungslos. Am Montag war der geplante Flug nach Schottland gestrichen worden, die Turnerinnen überbrückten die Wartezeit mit einer kleinen Trainingseinheit am Flughafen. Im regnerischen Glasgow fehlte dann das Gepäck, so dass Käslin am Vorabend der Qualifikation noch das Nötigste an Kleidern für sich und ihre Teamkolleginnen besorgen musste. Den Turndress hatten sie nach dem Podiumtraining im Hotel von Hand gewaschen.

Durch die widrigen Umstände liess sich Käslin aber nicht irritieren. Auch der Sturz am Stufenbarren unmittelbar vor dem Auftritt am Schwebebalken warf sie nicht aus der Bahn. Nach den Enttäuschungen 2017 mit den Stürzen in der Qualifikation an der EM in Cluj-Napoca und an der WM in Montreal brachte sie es in Glasgow an ihrem Lieblingsgerät wieder auf den Punkt.

Qualität vor Schwierigkeit

Im Gegensatz zu anderen Geräten ist am Schwebebalken die europäische Spitze mit wenigen Ausnahmen in Schottland komplett vertreten. Die Niederländerin Sanne Wevers holte 2015 WM-Silber und 2016 Olympia-Gold. Die Deutsche Pauline Schäfer ist die aktuelle Weltmeisterin und Marine Boyer gewann vor zwei Jahren in Bern EM-Silber. Die Französin zeigte in der Qualifikation mit einem Ausgangswert von 5,9 Punkten die schwierigste Übung.

Nationaltrainer Fabien Martin sieht einzig bei seiner Landsfrau Boyer ein grösseres Potenzial als bei seiner Athletin. "Am Ende werden die Qualität und die Stabilität in der Ausführung entscheiden." Die Qualifikationsbeste aber angeschlagene Nina Derwael aus Belgien weist den tiefsten Schwierigkeitsgrad aller acht Finalistinnen auf.

Als Dritte des Vorkampfs muss sich Käslin nicht verstecken. "Ich hoffe, sie holt eine Medaille", so Martin. Auch bei der Athletin schwirrt der Gedanke an Edelmetall im Hinterkopf herum, zu viele Gedanken darüber will sie sich aber nicht machen. Prognosen sind schwierig, kein anderes Gerät ist derart unberechenbar wie der fünf Meter lange und zehn Zentimeter breite Balken. In der Qualifikation lagen die ersten sechs Turnerinnen innerhalb von zwei Zehnteln. "Wegen dem Stress und dem Druck ist es ein sehr schwieriges Gerät", sagte Martin. "Auch deshalb ist im Final alles möglich."

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










Umfrage zu SWI swissinfo.ch

Online-Umfrage ausfüllen: Tastatur und eintippen close-up

Liebe Auslandschweizer, sagen Sie uns Ihre Meinung.

Meinungsumfrage

SDA-ATS