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Die ABBA-Fans können es kaum erwarten: Am 7. Mai wird in Stockholm das erste Museum zu Ehren der legendären Popgruppe eröffnet. "Wir werden den Besuchern eine einmalige Erfahrung bieten", verspricht Museumsleiter Mattias Hansson. Wer Glück hat, könne sogar mit einem der Bandmitglieder sprechen.

Nach monatelanger Bauzeit ist das helle Holzgebäude im grünen Stadtteil Djurgaarden fast fertig. Kolonnen von Lastwagen bringen Möbel und Ausstellungsstücke: Paillettenüberladene Kostüme, goldene Schallplatten, Nachbauten von Aufnahmestudios und Garderoben sind darunter. Durch die grossen Fenster können Passanten einen Blick in den Hauptraum des Museums werfen, doch kaum jemand darf die Ausstellungsräume vor der Eröffnung betreten.

Einige Details sind dennoch nach aussen gedrungen. So können Fans ihren Traum, mit dem Quartett auf der Bühne zu stehen, dank einer Computersimulation Wirklichkeit werden lassen. In einem Raum, der dem Song "Ring, Ring" gewidmet ist, steht ein Telefon aus den 1970er Jahren. Nur vier Menschen kennen die Nummer - die ABBA-Mitglieder Agnetha Fältskog, Anni-Frid (Frida) Lyngstad, Benny Andersson und Björn Ulvaeus.

Ab und zu wird einer von ihnen die Nummer wählen und mit Museumsbesuchern sprechen. "Das war Fridas Idee und deshalb wird sie sicher auch anrufen", sagte die Museumskuratorin Ingmarie Halling.

Und natürlich geht es in dem Museum auch um die Musik - Hits wie "Dancing Queen", "Mamma Mia" oder "Waterloo" - jenem Lied, das der Gruppe 1974 den Sieg beim Eurovision Song Contest bescherte und sie schlagartig international bekannt machte. "Wir brauchen die beste Isolierung der Welt, um in jedem Raum andere Musik spielen zu können", erzählte Museumsleiter Hansson.

Doch er erwartet nicht, dass die Besucher in Scharen kommen, um Musik zu hören - ABBA-Fans können die Lieder auswendig. Sie sollen vielmehr die aktive Zeit der Band nacherleben können und Einblicke in ihr Leben hinter der Bühne bekommen.

Revival steht nicht zur Diskussion

Der letzte Auftritt von ABBA war 1982, ein Jahr später trennte sich die Gruppe. Einer Wiedervereinigung des Erfolgsquartetts erteilte Sängerin Fältskog erst kürzlich in Interviews eine Absage. "Warum sollten wir uns das antun?", fragte die 63- Jährige.

Nach dem Aus von ABBA gingen die Musiker getrennte Wege, nur selten zeigten sie sich zu viert in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel 2008 bei der Premiere des Films "Mamma Mia" in Stockholm.

Die Ausstellungsmacher sind deshalb besonders stolz, alle vier für die Mitarbeit am Museum gewonnen zu haben. "Sie haben uns eine Menge Sachen geliehen und ich konnte sie anrufen, um mit ihnen über meine Ideen zu sprechen und sie sagten 'Gut, leg los!'", sagte Kuratorin Halling, die vier Jahre lang als Stylistin für ABBA arbeitete.

In den 1970er Jahren beherrschten ABBA die Disko-Szene mit ihren eingängigen Melodien. Das Musical und der Film "Mamma Mia" begeisterten drei Jahrzehnte später eine Generation für die Band, die zur aktiven Zeit der Schweden noch nicht einmal geboren war. 378 Millionen Alben verkaufte ABBA - übertroffen nur von Elvis Presley und den Beatles.

Die Nachfrage ist bereits gross

Für die ersten Wochen nach der Eröffnung sind die Eintrittskarten für umgerechnet 23 Euro bereits fast ausverkauft. In diesem Jahr rechnen die Ausstellungsmacher mit einer Viertelmillion Besucher.

"Das ist sehr aufregend", sagte Micke Bayart, der in den 1980er Jahren den offiziellen ABBA-Fanclub leitete. "ABBA ist Teil der schwedischen Musikgeschichte, da ist es nur richtig, ihnen ein Museum zu widmen - sie haben es verdient."

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SDA-ATS