Das Luzerner Theater erhält auf die Spielzeit 2021/22 eine Intendantin. Ina Karr wechselt dann vom Staatstheater Mainz an das Haus an der Reuss. Sie wolle ein selbstbewusstes Theater, das der Phantasie viel Raum gebe, sagte sie am Mittwoch bei ihrer Vorstellung.

Karr ist 50 Jahre alt und stammt aus Stuttgart. Sie studierte Musik und Literatur in Freiburg im Breisgau, arbeitete am Nationaltheater Mannheim sowie am Oldenburgischen Staatstheater und ist seit 2014 Chefdramaturgin für Oper am Staatstheater Mainz.

Karr löst in Luzern Benedikt von Peter ab, der ans Theater Basel wechselt. Mit Karr sei die Wunschintendantin gefunden worden, sagte Birgit Aufterbeck, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater. Sie bezeichnete Karr als klug, umsichtig, zielstrebig und warmherzig. Sie sei aussergewöhnlich gut vernetzt und könne Talente fördern.

Bekenntnis zum Mehrspartenbetrieb

Das Luzerner Theater ist ein Mehrspartenhaus mit Schauspiel, Musiktheater und Tanz. Aufterbeck sagte, Karr könne dank ihren Erfahrungen einen Mehrspartenbetrieb ganzheitlich führen. Sie verstehe es, die einzelnen Sparten zu profilieren und miteinander zu verzahnen.

Um die Intendantenstelle in Luzern hatten sich rund 60 Personen beworben. Karr war nicht unter ihnen, sondern sie gehörte der Findungskommission an. Je länger diese gearbeitet habe, desto mehr sei sie überzeugt gewesen, dass Karr den Anforderungen perfekt entspreche, sagte Aufterbeck.

Karr trat dann aus der Findungskommission zurück und bewarb sich. Der Stiftungsrat wählte die neue Intendantin nach eigenen Angaben einstimmig. Ihr Vertrag läuft ab der Spielzeit 2021/22 bis 2025/26.

Karr hat damit viel Zeit, sich in Luzern einzuarbeiten. Sie wolle dem Theater ein Gesicht geben und ein selbstbewusstes Haus haben, sagte sie. Ihr Theater solle zweckfrei sein und Raum bieten für Phantasie und Möglichkeiten.

Karr kennt nach eigenen Angaben das Luzerner Theater aus ihrer Studienzeit in Freiburg. Sie zeigte sich offen auch für eine Zusammenarbeit mit der freien Szene in Luzern und betonte die Wichtigkeit des Kinder- und Jugendtheaters.

Erneuerung der Infrastruktur steht an

Karr wird in Luzern nicht nur für ein spannendes Programm sorgen müssen, sondern sich auch mit der Erneuerung der Theaterinfrastruktur zu beschäftigen haben. Das heutige Theaterhaus ist sanierungsbedürftig und muss totalsaniert oder neu gebaut werden.

Karr ist die zweite Frau, die das Haus an der Reuss führen wird. Von 1999 bis 2004 war die Erneuerin Barbara Mundel erste Intendantin des Theaters gewesen. Auf Mundel folgte Dominique Mentha, der von 2004 bis 2016 das Luzerner Theater wieder in ruhigere Gewässer führte.

Karrs Vorgänger Benedikt von Peter hatte seine Intendanz am Haus an der Reuss im Sommer 2016 mit einem Fünfjahresvertrag in der Tasche angetreten. Er wird nach bereits vier Spielzeiten nach Basel wechseln, seine fünfte Spielzeit in Luzern wird er aber noch vorbereiten.

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