Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Im Kampf gegen illegale Holzfäller haben Indios in Mexiko vorübergehend 16 Geiseln genommen. Sie liessen die Gefangenen - 14 Polizisten, einen Agenten der Staatsanwaltschaft und einen Mitarbeiter des Innenministeriums - inzwischen wieder frei, wie mexikanischen Zeitungen am Freitag berichteten.

Zuvor waren zwei Menschen im Wald getötet worden, vier wurden verletzt. Die Ureinwohner vom Volk der Purépecha im Bundesstaat Michoacán wollten mit der Geiselnahme den Schutz der Bundesbehörden vor kriminellen Holzfällerbanden erzwingen.

Die Behörden versprachen den Geiselnehmern, die Überwachung der Waldgebiete zu verbessern. Ausserdem sei ein Treffen von Gemeindevertretern mit dem Gouverneur des Bundesstaats Michoacán geplant, schrieb die Zeitung "La Jornada".

Bei Schiessereien zwischen von kriminellen Banden unterstützten Holzfällern und den Waldschützern waren bereits am Dienstag insgesamt acht Menschen getötet worden, wie lokale Medien berichteten.

Zunächst gerieten 20 Purépecha-Indios aus Cherán in einen Hinterhalt der vermutlich aus dem Nachbardorf stammenden Holzfällermafia. Später wurden die verbrannten Körper von sechs Bewohnern der Nachbargemeinde in einem Auto gefunden.

"Sie fällen die Bäume auch in Gebieten, die nicht ihnen gehören", beschrieb Gouverneur Fausto Vallejo die Problematik. "Auch die organisierte Kriminalität ist involviert."

Kampf um Wälder

Die blutigen Zwischenfälle sind Teil eines langen Kampfes der Purépecha um ihre Wälder. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die inzwischen selbstverwaltete Indio-Gemeinde verbarrikadiert, um Banden und Holzfäller fernzuhalten.

Nach Angaben von Bürgerrechtsaktivisten der Gruppe Las Abejas (Die Bienen) waren im Laufe der Auseinandersetzungen zwölf Waldschützer getötet worden. Immer wieder gab es Entführungen. Schon damals seien 80 Prozent der Wälder zerstört gewesen.

Nicht nur Holzfäller haben es auf die Wälder abgesehen. Vor allem vor dem jetzt bevorstehenden Ende der Trockenzeit werden in der gesamten Region die Wälder niedergebrannt, um die Böden für die Agrarwirtschaft vorzubereiten.

SDA-ATS