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Indischer Guru Sai Baba stirbt 85-jährig im Spital

Der berühmte und umstrittene indische Guru Sai Baba ist tot. Der 85-Jährige sei am Sonntagmorgen an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben, nachdem er drei Wochen lang um sein Leben gekämpft habe, sagten Ärzte dem indischen Fernsehen.

Sai Baba war vergangenen Monat mit Herz-, Lungen- und Nierenproblemen in ein Spital in Puttaparthi im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh eingeliefert worden. Seitdem harrten vor dem Gebäude zahlreiche besorgte Gläubige aus. Die Polizei errichtete Absperrungen, um die Trauernden von dem Spital fernzuhalten.

Nach Bekanntwerden des Todes pilgerten Tausende Trauernde zu der Klinik. In der Kleinstadt Puttaparthi rund 150 Kilometer nördlich der IT-Metropole Bangalore befindet sich das Hauptquartier der Sekte des Verstorbenen, das Prashanthi Nilayam Ashram.

In dem Ashram soll der Leichnam Sai Babas zwei Tage lang aufgebahrt werden. Die Polizei zog zusätzliche Einsatzkräfte zusammen, um des erwarteten Ansturms Herr zu werden.

Millionen von Anhängern

Sai Baba war einer der bekanntesten indischen "Gurus" (spiritueller Lehrmeister) und wurde von seinen Anhängern als Reinkarnation eines 1918 verstorbenen Heiligen betrachtet. Zu seinen mehreren Millionen Anhängern im In- und Ausland gehörten Film- und Cricketstars, einflussreiche Geschäftsleute und Politiker.

Indiens Premierminister Manmohan Singh nannte den Guru mit der markanten Frisur im Afro-Look eine "ikonische Persönlichkeit", die Millionen inspiriert und beeinflusst habe. Seine Lehren hätten auf "universellen Idealen" wie Wahrheit, Redlichkeit, Friede, Liebe und Gewaltlosigkeit beruht.

Singh würdigte in seiner Erklärung auch das Engagement des Gurus im Bildungs- und Sozialbereich. Sai Babas Stiftung finanziert zahlreiche Bildungs- und Gesundheitsprojekte in Indien.

Wunder oder Tricks?

Dem Guru wurden übernatürliche Kräfte zugesprochen, etwa dass er als unheilbar geltende Krankheiten heilen und sich an seine früheren Leben zu erinnern könne. Sai Baba soll auch spirituelle "Wunder" vollbracht haben - etwa Gegenstände zum Schweben gebracht haben.

Seine Kritiker hatten das als "Taschenspielertricks" kritisiert. 2000 war der Guru in die Schlagzeilen geraten, nachdem ihm ehemalige Anhänger sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatten. Sai Baba wies diese Anschuldigungen stets zurück.

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