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An Schweizer Universitäten werden zu wenig Ärzte ausgebildet. Weil niemand dafür bezahlen will, werden aber kaum zusätzliche Studienplätze geschaffen. Eine Initiative soll dies nun ändern.

Die Volksinitiative "Mehr Ausbildungsplätze Humanmedizin" will die Kantone verpflichten, so viele Ärztinnen und Ärzte auszubilden, wie in der Schweiz langfristig benötigt werden. Kommen die Kantone dieser Aufgabe nicht nach, sollen sie vom Bund dazu gezwungen werden können.

Ein Kollaps im Gesundheitswesen habe bisher durch den Import ausländischer Ärzte abgewendet werden können, schreiben die Initianten in einer Mitteilung vom Dienstag. Trotzdem müssten immer mehr Hausarztpraxen wegen fehlender Nachfolge geschlossen werden. Probleme gebe es auch in anderen Fachgebieten wie der Psychiatrie, der Gynäkologie und der Pädiatrie.

Genügend Interessenten

Dieser Fachkräftemangel werde sich weiter zuspitzen. Dabei gibt es nach Ansicht der Initianten in der Schweiz genügend motivierte Anwärterinnen und Anwärter auf ein Medizinstudium. Mehr als die Hälfte von ihnen werde jedoch wegen des Numerus Clausus von der Ausbildung ausgeschlossen.

Hinter der Initiative stehen junge Menschen verschiedener Studienrichtungen und Berufsgattungen. Sie wollen das Volksbegehren überparteilich halten und suchen daher vorerst nicht Unterstützung bei einer bestimmten Partei, sagte Sven Strebel, Sprecher des Initiativkomitees, auf Anfrage der sda. Es sei aber nicht verboten, Unterschriften zu sammeln.

Jedoch stehen die Initianten in Verhandlungen mit dem Ärzteverband FMH und weiteren Ärztevereinigungen, wie Strebel sagte. Ergebnisse lägen noch nicht vor. Im Patronatskomitee sitzen mehrere Dutzend Ärzte, unter ihnen der Berner Herzchirurg Thierry Carrel.

Der Startschuss für die Unterschriftensammlung soll am 9. April fallen. Gegen den Ärztemangel in der Schweiz kämpft auch die Initiative "Ja zur Hausarztmedizin".

Frage der Kosten

Dass in der Schweiz zu wenig Ärzte ausgebildet werden, ist unbestritten. Bund und Kantone haben darum letzten Sommer vereinbart, ab 2018/2019 rund 300 zusätzliche Ärztinnen und Ärzte pro Jahr auszubilden. Über die Frage, wer die Mehrkosten von jährlich 56 Millionen Franken übernehmen soll, kam keine Einigung zustande.

Am 8. März 2013 hat der Bundesrat entschieden, für die Periode 2013-2016 keine zusätzlichen Mittel für die Schaffung von Studienplätzen zur Verfügung zu stellen. In der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation für die folgende Periode soll der Ausbau der Humanmedizin aber ein Schwerpunkt bilden.

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SDA-ATS