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Auf der Flucht vor Kämpfen in Mossuls Altstadt

KEYSTONE/AP/FELIPE DANA

(sda-ats)

Knapp drei Jahre nach Ausrufung des IS-"Kalifats" in der Al-Nuri-Moschee in Mossul hat die irakische Armee die Eroberung des symbolträchtigen Gebäudes verkündet. Gleichzeitig wurde das von der Terrormiliz IS ausgerufene "Kalifat" für beendet erklärt.

"Ihr erfundener Staat ist zusammengebrochen", sagte am Donnerstag ein Militärsprecher im staatlichen Fernsehen. In der von IS-Kämpfern vergangene Woche gesprengten Moschee hatte ihr Anführer Abu Bakr al-Bagdadi 2014 einen islamischen Gottesstaat für Teile Syriens und des Irak ausgerufen. Die Millionenmetropole Mossul diente dem IS als faktische Hauptstadt im Irak.

Spezialeinheiten kontrollierten nun das gesamte Moschee-Gelände sowie die Bezirke Al-Hadba und Sirdschchana, sagte ein Kommandant. Ministerpräsident Haider al-Abadi erliess den Befehl, "die Schlacht zu Ende zu bringen". Die Regierung geht davon aus, dass dies in den kommenden Tagen geschehen wird.

Die IS-Kämpfer sind Militärschätzungen zufolge auf etwa 40 Prozent der Altstadt oder ein Prozent des gesamten Stadtgebietes zurückgedrängt worden. Unterstützt werden die irakischen Verbände am Boden und in der Luft von der US-geführten Anti-IS-Koalition.

Tausende tot und Hunderttausende vertrieben

Die IS-Terroristen sprengten vergangene Woche angesichts des Vorrückens der irakischen Einheiten die mittelalterliche Moschee. Auf dem 1172 errichteten schiefen Minarett hatte zuvor die schwarze IS-Fahne geweht. Die irakische Armee wertete die Sprengung der Moschee mit Minarett als Eingeständnis der Niederlage der IS-Miliz.

Vergangene Woche wurde die Zahl der IS-Kämpfer in der Stadt auf 350 geschätzt. Davon dürften mittlerweile aber viele getötet worden sein. Ihr Chef Bagdadi hatte sich irakischen und US-Militärkreisen zufolge aus Mossul abgesetzt. Sein Schicksal ist unbekannt. Vor einer Woche kursierten Informationen über dessen Tod.

Die Offensive zur Rückeroberung Mossuls begann vor acht Monaten. Tausende Zivilisten wurden seither getötet. Rund 900'000 Menschen, rund die Hälfte der ursprünglichen Bevölkerung, ist vor den Kämpfen geflohen.

Die verbliebenen Menschen sehen sich Hunger und Tod ausgesetzt. Kämpfer des IS verstecken sich unter der Zivilbevölkerung und missbrauchen Einwohner als menschliche Schutzschilde. Nach wie vor kontrolliert der IS Gebiete im Westen und Süden der Stadt.

Die Hauptstadt des IS in Syrien, al-Rakka, wird derzeit mit US-Unterstützung von kurdischen Milizen belagert. Die Stadt sei inzwischen komplett eingekesselt, berichteten Beobachter.

SDA-ATS