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IS nimmt erneut historische Oasenstadt Palmyra in Syrien ein

Nicht nur das antike Palmyra besteht aus Ruinen - unterdessen auch die Neustadt (Bild vom April dieses Jahres), arabisch: Tadmor. Viele Bewohner sind geflohen.

KEYSTONE/AP/HASSAN AMMAR

(sda-ats)

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat offenbar erneut die historische zentralsyrische Oasenstadt Palmyra erobert. Das meldeten Beobachter am Samstag.

Der IS sei nach Palmyra eingedrungen und habe den Nordwesten der Stadt am Samstag besetzt. Im Zentrum fänden noch Kämpfe mit der Armee statt, sagte der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) waren schon in den vergangenen Tagen immer weiter in Richtung Palmyra (arabisch: Tadmor) vorgedrungen.

Die IS-Terrormiliz hatte bereits im Mai 2015 erstmals die Kontrolle über die historische Oasenstadt errungen, konnte jedoch im März dieses Jahres von Regimetruppen mit russischer Luftunterstützung verdrängt werden. Zuvor hatten die Religionsfanatiker beispiellose Zerstörungen im UNESCO-Weltkulturerbe angerichtet, hatten Tempel und Torbögen gesprengt, die nun mühsam rekonstruiert werden müssen.

Gasfelder eingenommen

Der IS nahm in Zentralsyrien erneut auch mehrere wichtige Gasfelder ein. Nach heftigen Kämpfen mit syrischen Regierungstruppen hätten die Extremisten jetzt das Gasfeld Dschihar eingenommen, meldeten die Menschenrechtsbeobachter und armeenahe Kreise. Auch das IS-Sprachrohr Amak berichtete von dem Vormarsch der Terrormiliz.

Die regimenahe Nachrichtenseite Al-Masdar berichtete, die dort stationierten Nationalen Verteidigungskräfte (NDF) seien zum Rückzug gezwungen gewesen. Die Regierungskräfte hätten 100 Kämpfer verloren. Demnach schickte die Armee neue Truppen in die Region.

Noch grosse Gebiete unter IS-Kontrolle

Die IS-Terrormiliz beherrscht im Norden und Osten Syriens trotz einiger Verluste noch immer grosse Gebiete. Der IS hatte in dieser Woche eine Offensive in der Region um Palmyra begonnen und die Regimetruppen aus mehreren Richtungen angegriffen. Mittlerweile kontrolliert die Terrormiliz wieder mehrere Gasfelder, darunter Al-Schair.

Dieses hatten die Extremisten bereits 2014 sowie im Mai dieses Jahres zeitweilig unter Kontrolle. Die Gasanlagen wurden bei den Kämpfen schwer beschädigt. Die Gasfelder und Pipelines in der Region sind von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung des Landes.

Am Donnerstag hatte die Anti-IS-Koalition nach eigenen Angaben bei Palmyra 168 Tankwagen der Extremisten zerstört. Wie die US-geführte Koalition mitteilte, entstanden der Miliz durch die Luftangriffe geschätzte Einnahmeverluste von zwei Millionen Dollar.

Die Koalition bombardiert regelmässig die von der IS-Terrormiliz in Syrien genutzten Ölanlagen. Bereits mehrfach zerstörte sie auch Tankwagenflotten der Dschihadisten.

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