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Rauchschwaden über Gaza nach israelischen Luftangriffen.

Keystone/EPA/HAITHAM IMAD

(sda-ats)

Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist gefährlich eskaliert. Nach tödlichen Schüssen militanter Palästinenser an der Grenze auf einen Soldaten bombardierte Israels Armee mit Kampfjets und Panzern zahlreiche Ziele im Gazastreifen.

Mindestens vier Palästinenser wurden am Freitag im südlichen Teil des Küstenstreifens getötet, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Nach Angaben des militärischen Arms der Hamas waren drei der Getöteten Mitglieder der Organisation. Einwohner berichteten von mehreren schweren Explosionen in der Stadt Gaza. Israels Luftwaffe habe dort Hamas-Militärposten angegriffen.

Die israelische Armee bestätigte einen "grossflächigen Angriff israelischer Kampfjets gegen Hamas-Militärziele im gesamten Gazastreifen". Die israelische Armee teilte am Freitagabend mit, es seien 15 Militärziele im Hauptquartier einer Hamas-Bataillon in Saitun im Norden des Gazastreifens getroffen worden.

Appell des Uno-Gesandten

Der Uno-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow, der sich zuletzt gemeinsam mit Ägypten intensiv um eine Beruhigung der Lage bemüht hatte, schrieb in einem dramatischen Appell bei Twitter: "Alle in Gaza müssen einen Schritt zurück vom Abgrund gehen. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Jetzt sofort!" Jene, die "Palästinenser und Israelis dazu provozieren wollen, einen weiteren Krieg zu führen, dürfen keinen Erfolg haben", schrieb Mladenow.

Die israelische Armee teilte mit, bei gewaltsamen Ausschreitungen an der Grenze sei aus dem Gazastreifen auf israelische Soldaten geschossen worden. Israelische Medien schrieben, es handle sich um den "schlimmsten Zwischenfall seit dem Gaza-Krieg 2014", nannten aber keine Opferzahlen.

Im Sommer 2014 hatten Israel und die Hamas sich 50 Tage lang Kämpfe geliefert. 2250 Palästinenser wurden getötet oder starben später an ihren Verletzungen, auf der israelischen Seite gab es 74 Tote.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beriet am Freitagabend bei einer Dringlichkeitssitzung in Tel Aviv mit der Militärführung über das weitere Vorgehen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor gesagt, die Hamas dränge Israel mit aller Macht zu einer "breiten und schmerzhaften Militäroffensive".

Raketen und Mörsergranaten

Nach Medienberichten feuerten militante Palästinenser mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Die Einwohner entlang des Gazastreifens wurden aufgerufen, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten.

Am Freitag war es entlang der Gaza-Grenze erneut zu Demonstrationen gekommen. Nach Augenzeugenberichten verbrannten Palästinenser Reifen, versuchten den Grenzzaun zu Israel zu beschädigen und schickten Brand-Drachen und -Ballons auf israelisches Gebiet. Nach Angaben von Sanitätern wurden mehrere Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt.

Seit Ende März sind bei teilweise gewaltsamen Protesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 147 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet und Tausende verletzt worden.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

Israelische Medien hatten berichtet, Ägypten habe der Hamas ein Ultimatum Israels übermittelt: Sollten die Attacken bis zum Wochenende nicht gestoppt werden, werde Israel eine neue Militäroffensive in dem Küstenstreifen starten.

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