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Israel gedenkt des Holocaust - Warnung vor neuen Gefahren für Juden

Zum Gedenken an die Opfer des Holocausts ist das öffentliche Leben in Israel am Montag für zwei Minuten zum Stillstand gekommen. Luftschutzsirenen heulten, Millionen Menschen hielten inne, Autos stoppten am Strassenrand, Radio und Fernsehen spielten wie stets zum Gedenktag ernste Musik.

Überlagert wurde das Gedenken von der Nachricht von der Tötung von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden durch US-Truppen in Pakistan. Von der Aktion gehe die Botschaft aus, dass Terror und das Böse keinen dauerhaften Unterschlupf fänden und letztlich zerstört würden, so wie die Nazis Jahrzehnte zuvor, sagte Vizeaussenminister Danni Avalon.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Vorabend erklärt, die wichtigste Lektion aus dem Holocaust für das jüdische Volk sei, "wenn jemand droht uns zu vernichten, dürfen wir diese Drohungen nicht ignorieren".

"Iran und seine Stellvertreter Hisbollah und Hamas arbeiten offen daran, den jüdischen Staat zu zerstören", sagte Netanjahu bei der zentralen Gedenkzeremonie in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Eine wichtige Lehre aus dem Holocaust sei:

Noch rund 208'000 Holocaust-Überlebende

Der Holocaust-Gedenktag wird seit 1951 in Israel und inzwischen auch in vielen anderen Ländern begangen. 66 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs leben in Israel noch etwa 208'000 Holocaust-Überlebende. Etwa die Hälfte von ihnen sind älter als 80 Jahre, wie eine Stiftung für Opfer der Schoah am Sonntag in Tel Aviv mitteilte.

Etwa 74'000 sind direkte Überlebende der Lager und Ghettos. Bei den restlichen 134'000 Menschen handelt es sich um Holocaust-Flüchtlinge, die den Nationalsozialisten durch Flucht oder im Versteck entkommen konnten.

In den Jahren nach der israelischen Staatsgründung machten Holocaust-Überlebende etwa die Hälfte der Bevölkerung Israels aus. Heute sind es nur noch etwa vier Prozent. Es werde damit gerechnet, dass es in etwa 16 Jahren niemand mehr geben werde, der die Geschichte des Holocaust aus erster Hand erzählen könne, sagte ein Sprecher der Stiftung.

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