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Israels Geheimdienst hat nach einem Zeitungsbericht in den 1950er Jahren jüdische Agenten als V-Männer in arabischen Dörfern untergebracht. Die Geheimagenten heirateten auch arabische Frauen und bekamen Kinder mit ihnen, um die Tarnung zu perfektionieren.

Der verdeckten Einheit gehörten etwa zehn Arabisch sprechende Männer an, die aus dem Irak stammten, wie die israelische Zeitung "Jediot Achronot" am Sonntag berichtete.

Sie gaben sich als Palästinenser aus, die nach der Vertreibung während des ersten Nahostkriegs von 1948 wieder in die Heimat zurückkehrten. Vor dem Einsatz lernten sie ein Jahr lang den palästinensischen Dialekt, studierten den Koran und trainierten Spionagetechniken.

Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet habe die Einheit im Jahre 1952 gegründet, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Militärmagazin "Israel Defense". Hintergrund sei die Befürchtung gewesen, die israelischen Araber könnten sich im Kriegsfall feindlichen arabischen Ländern anschliessen. Nur in diesem Fall sollten die V-Männer aktiv werden.

In der Zwischenzeit dienten die Eheschliessungen als perfekte Fassade. "Es wäre doch auffällig gewesen, wenn junge, spritzige Burschen ohne Partnerinnen geblieben wären", erklärte der Leiter der Einheit, Schmuel Moria.

Doch das Doppelleben dauerte nur gut ein Jahrzehnt: Die Untergrund-Einheit sei 1964 aufgelöst worden, schrieb das Blatt. Der Geheimdienst brachte die Männer mit ihren Familien nach Paris und deckte das Geheimnis vor den Angehörigen auf.

Konversion oder neues Leben

"Ihr Mann ist nicht, wer sie denken", habe man den Frauen damals offenbart. "Er ist ein Jude, der im Auftrag des Geheimdienstes in ihr Dorf geschickt wurde." Man habe die schockierten Frauen vor die Wahl gestellt, zum Judentum zu konvertieren oder ein neues Leben in einem arabischen Land zu beginnen.

Die meisten der arabischen Ehefrauen hätten sich zwar entschieden, bei ihren Männern zu bleiben und mit ihren Kindern in Israel zu leben, schrieb das Blatt. Auch die Kinder seien von drei Rabbinern umstandslos zu Juden erklärt worden. Einige Angehörige der V-Männer seien jedoch schwer traumatisiert gewesen und hätten psychiatrische Hilfe gebraucht.

"Nachdem sie nach Israel zurückkamen, tauchten die Probleme auf", sagte Moria. Besonders die Kinder hätten sich schwergetan, ihre arabische Vergangenheit zu vergessen und sich in die jüdische Gesellschaft einzupassen. "Wir haben versucht, die Leute zu integrieren, aber wir haben es nicht wirklich geschafft."

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SDA-ATS