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Italien will mit besonders scharfen Massnahmen die steigende Zahl von Gewaltverbrechen an Frauen bekämpfen. Die Regierung in Rom verabschiedete am Donnerstag ein Dekret, das unter anderem Gesetzesverschärfungen bei Gewalt gegen Frauen vorsieht und Opfer von Stalking stärkeren Schutz sichern soll.

Ausserdem sollen Massnahmen zur Vorbeugung von Gewalt gegen Frauen ergriffen werden. "Wir wollen verhindern, dass Stalking gegen Frauen zu Mord führt, wie es zuletzt immer wieder der Fall war", sagte Innenminister Angelino Alfano am Donnerstag.

Festnahme in flagranti ist künftig bei Stalking vorgesehen. Anzeigen wegen Stalkings können nicht mehr zurückgezogen werden. "Damit wollen wir verhindern, dass das Opfer unter Druck seine Anzeige wieder zurücknimmt", berichtete der Innenminister.

Wegen sexueller Gewalt gegen eine Ehefrau, oder Lebenspartnerin sollen die Justizbehörden auch dann vorgehen, wenn keine Anzeige vorliegt. Auch eine Meldung seitens von Angehörigen oder Nachbarn genügt, um Ermittlungen in die Wege zu leiten.

Brutale Frauenmorde

Gewalttätige Ehemänner oder Lebensgefährten können von zu Hause entfernt werden. Ihnen kann auch der Führerschein entzogen werden, um zu verhindern, dass sie sich ihren Opfern nähern. Illegal in Italien lebende Ausländerinnen, die Familiengewalt zum Opfer fallen, sollen eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, wenn sie Anzeige erstatten.

Gewalt gegen Frauen gehört zu den gravierendsten sozialen Problemen in Italien. Brutale Frauenmorde, die von Ehemännern oder Lebensgefährte verübt wurden, haben in jüngster Zeit die Öffentlichkeit schockiert.

Frauenrechtlerinnen beklagen einen Mangel an Plätzen in Frauenhäusern sowie eine häufig fehlende Entschlossenheit von Polizei und Justiz, die Verbrechen rasch zu ahnden. In Italien wird fast jeder vierte Mord innerhalb der Familie verübt. In den meisten Fällen ist Eifersucht das Motiv.

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SDA-ATS