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Italien will künftig auf die Massenabschiebung von illegalen Einwanderern verzichten. Zunächst solle festgestellt werden, ob diese ein Anrecht auf den Flüchtlingsstatus haben, sagte Migrationsminister Andrea Riccardi.

Er reagierte damit auf eine Aufforderung des Chefs des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) für Südeuropa, Laurens Jolles. Dieser hatte wiederholt Italiens massive Abschiebungen von Ausländern in den vergangenen Monaten kritisiert.

Migranten, die Italien erreichen, hätten das Recht, einen Antrag auf Flüchtlingsstatus einzureichen und nicht sofort abgeschoben zu werden, hatte Jolles am Mittwoch anlässlich des Welttags der Flüchtlinge gesagt.

Italien müsse alles unternehmen, damit die Prozeduren für die Anerkennung des Flüchtlingsstatus transparenter und effizienter gestaltet werden, reagierte Migrationsminister Riccardi. Er betonte, dass die Zahl der Flüchtlinge, die in Italien Asyl erhalten, unter dem europäischen Durchschnitt liege.

Hohe Kosten

Inzwischen hält die Debatte um die hohen Kosten der Auffanglager in Italien an. Über 200'000 Euro pro Tag betragen die Ausgaben der Flüchtlingslager, in denen jeder Migrant durchschnittlich 43 Tage nach seiner Ankunft in Italien verbringt.

45 Euro pro Tag kostet den Staat jeder Migrant. Zwischen 1999 und 2011 hat der italienische Staat 985,4 Millionen Euro für die Auffanglager ausgegeben. Italien war im vergangenen Jahr mit einem massiven Strom von Flüchtlingen aus Nordafrika konfrontiert.

Italien befürchtet jetzt eine neue Flüchtlingswelle in Richtung Süditalien. Infolge der guten Wetterbedingungen hat in den letzten Tagen die Zahl der Migranten zugenommen, die die süditalienischen Küsten erreichen. Immer wieder kommen Bootsflüchtlinge bei der Überfahrt ums Leben.

SDA-ATS