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Die Italiener haben in mehreren Städten Bürgermeister gewählt. Die grossen Gewinner sind erneut die Anhänger des Populisten Beppe Grillo. Nur gut die Hälfte der Wähler gab überhaupt eine Stimme ab - auch das wird als Zeichen von Unzufriedenheit oder Resignation gewertet.

Der Politkomiker und Populist Beppe Grillo hat bei den Bürgermeisterwahlen in Italien triumphiert. In Parma zog der Kandidat von Grillos Protestbewegung "Fünf-Sterne", Federico Pizzarotti, mit 60 Prozent ins Rathaus ein, wie das Innenministerium in Rom am Montagabend mitteilte.

Es war die erste Wahl seit dem Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi im vergangenen November. Sie galt auch als Stimmungstest für die Politik der Expertenregierung von Mario Monti.

Grillo hat sich stets gegen Monti und die konventionellen Parteien gestellt. Er ging davon aus, dass seine Mitstreiter auch in drei weiteren Kommunen in die Rathäuser einziehen können, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Dort lagen jedoch die Ergebnisse zunächst noch nicht vor. Insgesamt waren "Grillini" in fünf Kommunen in die Stichwahl gekommen.

Mafia-Bekämpfer gewählt

In Palermo gewann wie erwartet der populäre Politiker Leoluca Orlando von der IdV (Italien der Werte), die ebenfalls gegen Monti ist. Orlando, der als Kämpfer gegen die Mafia bekannt geworden war, stand schon dreimal an der Spitze der sizilianischen Stadt und erhielt nach Auszählung praktisch aller Bezirke 72,4 Prozent der Stimmen.

In Genua gewann wie erwartet der linke Amtsinhaber Marco Doria, der für die Mitte-Links-Partei PD (Demokratische Partei) angetreten war.

Grillos Bewegung hatte schon im ersten Wahlgang vor zwei Wochen beachtliche Erfolge eingefahren. In Verona kam sie auf fast 10 Prozent und in Grillos Heimatstadt Genua auf 14 Prozent.

Verlierer sind die Rechten

Verlierer waren die bis vor wenigen Monaten regierenden Rechtsparteien PdL (Volk der Freiheit) und die rechtspopulistische Lega Nord. Die Lega wird von einem Skandal um verschwundene Parteigelder und Korruption erschüttert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen den Parteigründer Umberto Bossi und seine beiden Söhne Riccardo und Renzo.

Rund 51,4 Prozent der Stimmberechtigten gingen am Sonntag und am Montag an die Urnen. In der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen waren es noch 65,4 Prozent gewesen. Das Ministerium zog für diese Statistiken allerdings nur 100 Kommunen auf dem Festland ohne Sizilien bei. Insgesamt war in 118 Städten und Gemeinden gewählt worden. Rund 4,5 Millionen Wahlberechtigte zur Urnen gerufen worden. Im norditalienischen Erdbebengebiet konnte trotz Schäden wie geplant gewählt werden.

SDA-ATS