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Rom - In den frühen Morgenstunden hat die italienische Polizei am Dienstag die grösste Razzia aller Zeiten gegen die 'Ndrangheta gestartet. 300 mutmassliche Mitglieder der kalabrischen Mafia wurden verhaftet, darunter Domenico Oppisano, der 80-jährige Boss des Clans.
Rund 3000 Beamte standen bei der Operation im Einsatz. Neben Oppisano fassten sie auch den Boss der 'Ndrangheta in der Lombardei, Pino Neri, sowie mehrere Lokalpolitiker in Pavia. In und rund um Mailand nahm die Polizei 160 Personen fest.
Ausserdem wurden vier Carabinieri geschnappt, denen Mafia-Verstrickungen und Korruption vorgeworfen werden. Und auch ausserhalb Italiens griffen die Behörden zu: Laut der italienischen Polizei kam es auch in den USA zu Verhaftungen. Details dazu wurden jedoch zunächst nicht bekannt.
Den mutmasslichen Mafiosi werden unter anderem Morde, Waffen- und Drogenhandel, Geldwäscherei, Erpressung oder den Kauf von Wählerstimmen vorgeworfen. Im Zuge der Operation beschlagnahmte die Polizei Geld, Drogen, Waffen und Immobilien im Millionen-Wert.
Lob an die Polizei
Der italienische Innenminister Roberto Maroni bezeichnete die grossangelegte Razzia als wichtigste Anti-Mafia-Operation der vergangenen Jahre. "Wir haben das Herz des kriminellen System der 'Ndrangheta getroffen, sowohl vom organisatorischen, als auch vom wirtschaftlichen Aspekt", sagte er.
Maroni gratulierte dem Polizeichef Antonio Manganelli. Die Razzia sei das Ergebnis der exzellenten Koordination zwischen Polizei und Ermittler im Kampf gegen das organisierte Verbrechen.
Den Verhaftungen waren umfangreiche und lange Ermittlungen der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaften in Mailand und Reggio Calabria vorausgegangen. Dabei gelang es den Ermittlern nach eigenen Angaben auch, "die Infiltration des italienischen Nordens durch die 'Ndrangheta zu dokumentieren".
In der Schweiz ist die 'Ndrangheta laut dem Jahresbericht 2009 des Bundesamtes für Polizei von "besonderer Bedeutung". Aufgrund des entschiedenen Vorgehens der italienischen Behörden stünden die kriminellen Gruppen in Italien zunehmend unter Druck, heisst es in dem Ende Juni veröffentlichten Bericht. Dies könne dazu führen, dass sie ihre Aktivitäten vermehrt in die Schweiz verlagern.

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SDA-ATS