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Die italienische Regierung hat am Dienstag den Ausnahmezustand im Erdbebengebiet in Norditalien ausgerufen und staatliche Hilfen in Höhe von 50 Millionen Euro zugesagt. Kurz zuvor besuchte der italienische Ministerpräsident Mario Monti die vom Erdbeben erschütterte Region Emilia Romagna.

Monti kündigte 50 Millionen Euro Soforthilfe für die Erbebenregion an. Das Geld soll in den Wiederaufbau von Häusern und Fabriken fliessen. Durch die Ausrufung des Ausnahmezustandes sind ausserdem Steuererleichterungen für die Bewohner während des Wiederaufbaus möglich.

Monti besuchte die Gemeinde Sant'Agostino bei Ferrara, in der am Sonntag drei Arbeiter beim Einsturz einer Keramikfabrik ums Leben gekommen waren. Er traf Angehörige der Opfer und sprach ihnen sein Mitgefühl aus.

"Wir fühlen mit den Familien der Opfer, wir versuchen ihnen zu helfen, um ihre schwierige Situation zu meistern", sagte Monti. Der italienische Premier gab sich zuversichtlich, dass die Region sich schnell von den Schäden erholen werde.

Tausende ohne Dach über Kopf

Insgesamt kostete der Erdstoss der Stärke 6,0 sieben Menschen das Leben, 48 Verletzte befanden sich noch in Spitälern. Rund 5000 Menschen sind obdachlos und mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Regenfälle behinderten zeitweise die Aufräumarbeiten. Viele Schulen blieben geschlossen.

Erneut wurde die Region von Nachbeben erschüttert. In der Nacht auf Dienstag wurden über 30 Nachbeben gemeldet. Das schwerste hatte eine Stärke von 3,7 auf der Richterskala, wie Italiens nationales Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) mitteilte.

Schlag für Lebensmittelindustrie

Das Erdbeben hat das Herz von Italiens Lebensmittelproduktion schwer in Mitleidenschaft gezogen. In den betroffenen Provinzen Ferrara, Modena und Bologna konzentriert sich ein Grossteil der Herstellung.

Lager- und Treibhäuser, Ställe und Fabriken wurden beschädigt. Schweine und Kühe starben unter den Trümmern von Ställen. Wegen des Erdbebens seien 5000 Arbeitsplätze in Landwirtschaft und Industrie gefährdet, warnte der Gewerkschaftsverband CGIL.

Folgenschwer war der Erdstoss auch für die Parmesan-Käsereien der Region. Nach Branchenangaben wurden mehrere Lagerhäuser und über 300'000 Laibe der Hartkäsesorten Parmigiano Reggiano und Grana Padano zerstört. Das sind zehn Prozent der gesamten Produktion.

Die Arbeitgeberorganisation Confindustria schätzte den Schaden für die Unternehmen in der Region auf mehrere hundert Millionen Euro.

SDA-ATS