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Nach den schweren Zerstörungen durch die Beben in der norditalienischen Region Emilia-Romagna haben die Behörden Konsequenzen angekündigt. Die Staatsanwaltschaft von Modena nahm Ermittlungen auf, warum bei den Beben am Dienstag und am 20. Mai so viele Werkshallen einstürzten.

"Die nationale Industriepolitik ist, was die Bauten angeht, selbstmörderisch", sagte der leitende Staatsanwalt von Modena, Vito Zincani. Präsident Giorgio Napoletano übte Kritik an den Politikern: "Die Politik zur Vorbeugung von Erdbebenschäden war in hohem Masse unzureichend."

Ingenieure hatten die Gebäude gerade wieder freigegeben, wie Rai News berichtete. Das Fernsehen zeigte Trümmerhaufen von Fabriken, die wie Kartenhäuser zusammengefallen waren.

Auch Geologen kritisierten mangelnde Vorsorge. Fast drei Millionen Menschen leben in Gebieten mit einem "hohen Erdbebenrisiko", während 21 Millionen Bürger in Gebieten mit einem "erhöhten Risiko" wohnen. In Italien gebe es aber kaum Prävention. 725 Gemeinden seien von Erdbeben sehr bedroht, eine erhöhte Gefahr bestehe in 2344 Gemeinden.

Letzte Opfer geborgen

Neben zahlreichen Kirchen und anderen historischen Bauten in der Region trafen die beiden Beben vor allem Fabrikgebäude: Allein in Medolla starben vier Arbeiter in den Trümmern einer Fabrik des Medizingeräteherstellers Haemotronic - Feuerwehrleute bargen am Mittwoch den letzten von ihnen.

Die Zahl der Opfer des jüngsten Bebens stieg somit auf 17 Tote und 350 Verletzte. Am Dienstagabend konnte dagegen eine Frau lebend aus den Trümmern ihres Wohnhauses im Ort Cavezzo gerettet werden. Bei den Überlebenden liegen die Nerven blank. 6000 Einwohner leben seit dem 20. Mai bei Freunden oder in Notunterkünften; seit Dienstag sind es weitere 8000.

"Ich fühle mich wie auf einem fliegenden Teppich, das ist ein Alptraum", sagte Francesco Graziano, der seine Wohnung in San Felice sul Panaro verlor. Die ersten Nächte verbrachte der 32-Jährige in seinem Auto, später stellte er nur wenige Schritte von seiner Wohnung entfernt ein Zelt auf.

SDA-ATS