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Das schwere Erdbeben und der Tsunami in Japan haben das Land in die Rezession zurückgeworfen. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der drittgrössten Wirtschaftsmacht der Welt schrumpfte im ersten Quartal um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Regierung in Tokio am Donnerstag mitteilte.

Eine Rezession ist definiert durch zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem BIP, und in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres war die japanische Wirtschaft bereits um 0,8 Prozent geschrumpft. Das Land hatte erst im zweiten Quartal 2009 die schwerste Rezession seit dem Zeiten Weltkrieg hinter sich gelassen.

Der Rückgang des BIP im ersten Quartal ist grösser als befürchtet, obwohl die Naturkatastrophe sich am 11. März und damit zum Ende des Quartals ereignete. Überraschend sei, wie schnell die Wirtschaftsleistung zurückgegangen sei, erklärten Analysten.

Exporte und Konsum leiden

Das Beben, der Tsunami und die Reaktorkatastrophe von Fukushima hemmten die Investitionen, unterbrachen Lieferungen innerhalb Japans und ins Ausland und liessen die Binnennachfrage einbrechen.

Besonders empfindlich traf es die Zulieferer der Automobilindustrie, deren Fabriken in der nordöstlichen Region Tohoku zerstört wurden. Wegen fehlender Teile und Stromausfällen mussten Firmen wie der weltweit grösste Autokonzern Toyota ihre Werke vorübergehend schliessen oder die Produktion zuhause und im Ausland drosseln.

Neben den Exporten ging auch der private Konsum stärker zurück als erwartet. Er macht etwa 60 Prozent der Wirtschaft aus. Der Konsum sank um 0,6 Prozent. Die Investitionen fielen mit einem Minus von 0,9 Prozent dagegen weniger stark als befürchtet.

Regierung optimistisch

Aufgrund der schweren Schäden und dem Rückgang der Exporte rechnet die Regierung mit einem schrumpfenden BIP auch im zweiten Quartal, wie Wirtschaftsminister Kauro Yosano sagte. Doch sei die japanische Wirtschaft "widerstandsfähig genug, sich nach dieser Prüfung wieder zu erheben". Mit einem steigenden BIP rechnet die Regierung ab Juli.

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SDA-ATS