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Die Italiener bekommen die Folgen der über zwei Jahre andauernden Rezession im Land stark zu spüren und sind immer stärker auf Unterstützung durch die Familie angewiesen. 37 Prozent der Italiener brauchen finanzielle Hilfe der Eltern, um sich über Wasser zu halten.

Dies geht aus einer am Wochenende veröffentlichten Studie des Landwirtschaftsverbands Coldiretti hervor. Acht Prozent der Jugendlichen haben Freunden um finanzielle Unterstützung gebeten.

Laut der Studie haben zehn Prozent der Familien grosse Schwierigkeiten, mit dem eigenen Einkommen ihr Auslangen zu finden. 45 Prozent schaffen es kaum, die monatlichen Ausgaben zu bewältigen.

Die Sorgen um die Zukunft wirken sich negativ auf den Konsum aus. 68 Prozent der Italiener kürzen bei Kleiderausgaben. 53 Prozent verzichten auf Reisen und Ferien. Auch bei den Ausgaben für Restaurants und Freizeit wird stark gespart.

Die Zahl der Italiener, die in grosser Armut leben, hat sich zwischen 2007 und 2012 auf 4,8 Millionen verdoppelt, eine Million von ihnen sind minderjährig.

2,3 Millionen Arme leben in Süditalien. 65 Prozent der Familien haben wegen der Krise ihren Konsum reduziert, berichtete das Statistikamt Istat. 17 Prozent der italienischen Familien behaupten, weniger Lebensmittel gekauft und Waren niedriger Qualität erworben zu haben. Das sind 4,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Die Anfang Oktober erhöhte Mehrwertsteuer könnte zu einer weiteren Reduzierung des Konsums beitragen, warnte Istat.

Die schwere Rezession in Italien wirkt sich besonders negativ auf die Beschäftigung aus. 3,19 Millionen Italiener waren nach Angaben des nationalen Statistikamts Istat im September arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit hat ein Rekordhoch von 40,4 Prozent erreicht.

Neben den Arbeitslosen zählt man in Italien 2,5 Millionen Menschen, die wegen der Krise ihres Arbeitgebers nur noch einer Teilzeitarbeit nachgehen. Das sind 200'000 mehr als im vergangenen Jahr. Immer mehr Arbeitnehmer begnügen sich mit einer Teilzeitarbeit, um ihren Job nicht ganz zu verlieren. Besonders in Süditalien sei die Lage schwierig.

Der Gewerkschaftsverband CGIL klagte über eine "dramatische Beschäftigungssituation" und machte Druck auf die Regierung von Premier Enrico Letta für zusätzliche Massnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

SDA-ATS