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Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und die Autoren Peter Turrini und Michael Scharang haben sich mit Jean Ziegler solidarisiert. Die Salzburger Festspiele hätten sich durch die Ausladung des Festredners mit "Schmach und Schande" überhäuft.

Der Globalisierungskritiker Ziegler war zunächst vom Land Salzburg als Festredner zur Eröffnung der Festspiele vorgeschlagen, dann aber wegen seiner angeblich engen Beziehung zum libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi wieder ausgeladen worden.

"Wir empfehlen den Festspielen, sich diesmal selbst auszuladen", heisst es in der Erklärung der Schriftsteller. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hatte argumentiert, sie wolle vermeiden, dass im Lichte des blutigen Konflikts in Libyen ausschliesslich über Zieglers mögliche Nähe zu Gaddafi und nicht über den Inhalt seiner Rede debattiert würde.

Ihr Sprecher Wolfgang Schmidbauer sagte dazu der Nachrichtenagentur dpa: "Wir wollten ihn schützen, und wir wollten die Festspiele schützen". Der 76-jährige Genfer Soziologe, der auch als UN-Berater fungiert, hätte bei der Festspieleröffnung am 27. Juli zum Thema "Aufstand des Gewissens" sprechen sollen.

Verschwörungstheorie

Zieglers Rauswurf wurde am Freitag von österreichischen Medien ausgiebig kritisiert. Viele stützten dabei die Vermutung, die Ziegler selber am Donnerstag gegenüber dem ORF geäussert hatte, nämlich dass seine Ausladung ein "Kniefall" vor den grossen Sponsoren Nestlé und Crédit Suisse sei.

So kritisiert Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, in der "Presse": "Sponsoren und Lobbys diktieren das Festspielprogramm und verhindern demokratischen Diskurs."

In einem Kommentar der "Wiener Zeitung" wird vermutet, dass es den Festspielen "an Courage fehlt", einen Kritiker des Neoliberalismus einzuladen, der sich immer wieder mit jenen Konzernen angelegt hat, die auch die Festspiele sponsern.

Dementi

Dass Interventionen zu dem Schritt geführt haben könnten, wiesen sowohl Landeshauptfrau Burgstaller als auch Festspieldirektorin Helga Rabl-Stadler entschieden zurück: "Unsere Sponsoren wussten nicht einmal von der Bestellung Zieglers" so Rabl-Stadler im "Kurier".

Burgstaller sagte in den "Salzburger Nachrichten: "Die Ausladung hat nicht im Geringsten mit Interessen oder gar Interventionen von Sponsoren der Festspiele zu tun. Es gab keine derartigen Interventionen."

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SDA-ATS