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Der deutsche Schriftsteller Ralf Rothmann - hier 2006 bei der Entgegennahme des Max-Frisch-Preises der Stadt Zürich - erhält dieses Jahr den mit 20'000 Franken dotierten Uwe-Johnson-Preis.

Keystone/EDDY RISCH

(sda-ats)

Der in Berlin lebende Schriftsteller Ralf Rothmann erhält den Uwe-Johnson-Preis 2018 für sein Buch "Der Gott jenes Sommers". Die mit 20'000 Euro dotierte Auszeichnung soll im September in Berlin übergeben werden, teilten die Stifter des Preises am Freitag mit.

Der Roman erzählt das Leben einer 13-Jährigen, die 1945 mit Mutter und Schwester aus dem bombardierten Kiel fliehen muss.

Im Gesamtwerk Rothmanns spiele die "unbestechliche Erinnerungsarbeit" eine zentrale Rolle, urteilte die Jury. Der 65-Jährige zeige, dass Krieg nicht allein Tod und Verletzung, Entbehrung und Angst oder die Sorge um die Angehörigen bedeutet. Er beschreibe, wie der Krieg die Seele angreife und die "ethische Sicherheit" des Einzelnen bedrohe. Die Jury habe das Buch aus mehr als 100 Texten ausgewählt, hiess es in einer Mitteilung.

Der Johnson-Preis fördert deutschsprachige Schriftsteller, in deren Schaffen sich Bezugspunkte zu Johnsons Poetik finden. Uwe Johnson (1934-1984) gilt als Schriftsteller der beiden Deutschland. Er wuchs im mecklenburgischen Güstrow auf und studierte in Rostock. 1959 zog er nach West-Berlin, später nach New York. Zu seinen wichtigsten Werken gehört der Roman "Jahrestage".

Der Uwe-Johnson-Preis wurde 1994 erstmals verliehen. Zu den Preisträgern gehören Christoph Hein, Christa Wolf, Uwe Tellkamp, Joochen Laabs und Walter Kempowski.

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