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Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (l) und der jordanische König Abdullah beim Empfang in Ramallah.

KEYSTONE/EPA/ALAA BADARNEH

(sda-ats)

Der jordanische König Abdullah II. hat den Palästinensern bei einem Besuch im besetzten Westjordanland die "vollständige Unterstützung" seines Landes für ihre "legitimen Rechte" zugesichert.

Das gelte auch für die Gründung eines Palästinenserstaates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, sagte der Monarch am Montag während zweistündiger Gespräche mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas in Ramallah. Zuletzt hatte Abdullah II. den Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde im Dezember 2012 besucht.

In einer Erklärung des jordanischen Königspalastes hiess es, Abdullah II. habe zugleich bekräftigt, dass sich seine Regierung "in Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft" weiter für den Schutz der heiligen Stätten in Jerusalem einsetzen werde.

Ohne Israel namentlich zu erwähnen, warnte der König vor "negativen Folgen in der gesamten Region", sollte der gegenwärtige "Status quo" auf dem Jerusalemer Tempelberg geändert werden.

Jordanien ist gemäss seinem 1994 mit Israel geschlossenen Friedensvertrag für die Verwaltung der heiligen Stätten in Ost-Jerusalem zuständig. Der Tempelberg, arabisch Al-Haram Al-Scharif, ist mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom mit seiner goldenen Kuppel das dritthöchste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina. Nicht weniger heilig ist das Hochplateau wegen der dort befindlichen Klagemauer auch gläubigen Juden.

Die Palästinenser befürchten, dass Israel den Status quo verändern und sich zunehmend Vollmachten auf dem Hochplateau aneignen will. Entsprechende Äusserungen gibt es von israelischer Seite aus rechten und ultrareligiösen Kreisen immer wieder. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu bestreitet jedoch stets derartige Absichten.

Appell an Trump

Abdullah II. rief den US-Präsidenten Donald Trump auf, sich "für den Frieden zwischen Palästinensern und Israelis" einzusetzen. Es sei wichtig, diese Anstrengungen zu "intensivieren", um "wirkliche Fortschrittsperspektiven" zu eröffnen. Die Zwei-Staaten-Lösung - das heisst die friedliche Koexistenz eines Palästinenserstaats mit Israel - müsse Grundlage für die Wiederaufnahme des seit 2014 gelähmten Friedensprozesses sein.

Jordanien nimmt im israelisch-palästinensischen Konflikt eine Schlüsselrolle ein: Neben Ägypten ist es das einzige arabische Land, das mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen hat. Zugleich hat gut die Hälfte der 9,5 Millionen Menschen umfassenden jordanischen Bevölkerung palästinensische Wurzeln. Die USA erkennen die Regierung in Amman als wichtigen Verhandlungspartner an.

Der Streit um den Tempelberg hatte den israelisch-palästinensischen Konflikt in den vergangenen Wochen erneut angeheizt. Israel hatte nach einem Anschlag auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt Mitte Juli die Zugangskontrollen zum Tempelberg verschärft und - mittlerweile wieder abgebaute - Metalldetektoren installieren lassen.

Die von palästinensischer Seite heftig kritisierten Massnahmen hatten tagelang tödliche Zusammenstösse zwischen israelischen Einsatzkräften und Palästinensern zur Folge.

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SDA-ATS