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Der zunehmende Druck auf die Arbeitsbedingungen von Journalistinnen und Journalisten in der Schweiz schränkt die Berichterstattungsfreiheit ein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Freiburg.

Die Abhängigkeit von kommerziellen Interessen stelle eine Gefahr für die Zukunft des Berufsstands dar. Die kürzlich vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) veröffentlichte Untersuchung stützt sich auf eine Befragung von 1128 Journalistinnen und Journalisten des Berufsverbands impressum zu Arbeitsbedingungen und Meinungsfreiheit.

Die Resultate zeigen laut den Studienleitern deutlich, dass die Mehrheit der Schweizer Medienschaffenden eine Verschärfung des ökonomischen Drucks in ihrem Beruf wahrnimmt. Dies gelte besonders für Tageszeitungen in der Deutschschweiz. Etwas besser sei die Situation für Journalisten in der Romandie und im Tessin.

Weitgehend fehlende Selbstkritik

"Zeit für vertiefende Recherchen und die Pflege von Netzwerken bleibt kaum", heisst es in der Zusammenfassung der Studie. Die Folge seien ein Rückgang journalistischer Sorgfalt und eine oberflächlichere Bearbeitung von Themen.

Auch die Berichterstattungsfreiheit werde durch die sogenannte Medienkrise eingeschränkt. Insgesamt würden eher selten Berichte über Anzeigenkunden veröffentlicht, die für deren Image schädlich sein könnten.

Zudem werde generell wenig über medienpolitische Themen berichtet - und wenn, dann meist unter Einfluss der Interessen des eigenen Unternehmens. Es sei üblich, über positive Entwicklungen des eigenen Unternehmens zu berichten, negative Entwicklungen hingegen eher auszuklammern.

Wiederholte Forderung nach GAV

Für Urs Thalmann, Geschäftsführer des Journalistenverbands impressum, bestätigt die Studie seine Beobachtungen: "Die häufigen Restrukturierungen in den Redaktionen führen zu einer grossen Unsicherheit und zu massivem Druck", teilte er mit. Diese Situation hänge eng damit zusammen, dass es in der Deutschschweiz und im Tessin keinen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mehr gebe.

Zentralsekretärin Dominique Diserens ergänzt mit Blick auf die Westschweiz, dass der GAV in der Romandie die Arbeitsbedingungen erheblich stütze. Davon profitierten die Unternehmen ebenso wie die Journalistinnen und Journalisten. Jedoch sei der erhöhte wirtschaftliche Druck auch auf Westschweizer Redaktionen klar spürbar.

Nicht alles schlecht

Auch Verena Vonarburg, Direktorin des Verbands Schweizer Medien, bestreitet nicht, "dass die Journalisten heute mehr leisten müssen als früher". Der Druck habe zugenommen, weil die Medienhäuser mit deutlich geringeren Einnahmen auskommen müssten, teilte sie auf Anfrage der sda mit. Doch auch Medienschaffende in kleineren Redaktionen könnten guten, kritischen Journalismus leisten.

"Die vom BAKOM geförderte Studie ist leider politisch gefärbt und basiert auf schmaler Faktenbasis", schrieb Vonarburg weiter. Sie verwies auf einen Bericht des Bundesrats von Ende 2014 zur Mediensituation. Darin wird festgehalten, dass die Schweiz zu den Ländern mit der grössten Medienvielfalt gehört.

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SDA-ATS