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Justizminister in Polen nach Äusserung zu Embryonen entlassen

Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat am Montag seinen Justizminister Jaroslaw Gowin entlassen, der mit Äusserungen zu einem heimlichen Export von Embryonen nach Deutschland für Irritationen gesorgt hatte. Die "Meinungen" Gowins seien nicht Ursache der Entlassung, sagte Tusk in Warschau.

Zum neuen Justizminister ernannte der liberale Tusk den ehemaligen Innenminister Marek Biernacki. Der konservative Katholik Gowin - ein Rivale Tusks in der regierenden Bürgerplattform - hatte dem Fernsehsender TVN24 vor zehn Tagen gesagt, dass seiner Kenntnis nach "deutsche Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern, insbesondere Polen, Embryonen importieren und damit Experimente machen".

Der Import von Embryonen und ihre Verwendung zu Experimenten ist in Deutschland verboten. Die deutsche Botschaft in Warschau erbat von Gowin daher eine "Erklärung" zu seinen Informationen.

Dieser warf daraufhin den Medien vor, seine Äusserung "manipuliert" zu haben, und erklärte, die Informationen vor fünf Jahren von ungenannten polnischen Ärzten erhalten zu haben. In Polen tobt derzeit eine heftige Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern der In-Vitro-Befruchtung.

Die Regierung versucht seit Jahren gegen den Widerstand der katholischen Kirche, ein Gesetz durchzubringen, das einen klaren rechtlichen Rahmen für die In-Vitro-Befruchtung schafft. Sie wird in privaten Kliniken zwar praktiziert, doch müssen die Paare dafür allein die Kosten tragen. Im März entschied die Regierung, per Dekret ab dem 1. Juli ein dreijähriges Programm zur Finanzierung der Methode bei 15'000 Paaren einzuführen.

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