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Der Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann nähert sich dem Ende. Am 18. Mai soll die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten. Diesen Termin teilte der Vorsitzende Richter Michael Seidling am Donnerstag mit.

Am Morgen war der psychiatrische Sachverständige Hartmut Pleines vor dem Landgericht Mannheim gehört worden. Gemäss seinem Gutachten liegen bei Kachelmann keine psychischen Erkrankungen vor und es gebe keinerlei Hinweise auf eine Beeinträchtigung seiner Schuldfähigkeit. Das betreffe auch sein Sexualverhalten.

Auch bei einem "betont variantenreichen Sexualleben" könne nicht von einem Krankheitsbild gesprochen werden. Kachelmann verfolgte die Aussage des Gutachters mit grosser Aufmerksamkeit und schrieb mit.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung verneinte der Neurologe Pleines ebenso. "Eigensucht und egozentrisches Verhalten" seien Kachelmann zwar nicht fremd. Deshalb könne aber nicht von einem krankhaften Befund gesprochen werden.

Kachelmann weiche zwar "ein gutes Stück vom Idealbild einer ausgeglichenen Persönlichkeit ab", aber eine klinische Diagnose sei damit nicht verbunden, so der Gutachter. Zweifel an seiner Schuldfähigkeit gebe es nicht.

Neuer Befangenheitsantrag

Die Verteidigung stellte zudem einen Befangenheitsantrag gegen einen Gutachter. Rechtsanwalt Johann Schwenn lehnte am 39. Verhandlungstag den Rechtsmediziner Rainer Mattern als befangen ab.

Mattern hatte sein Gutachten bereits am 1. Februar erstattet. Darin war er zum Ergebnis gekommen, dass die Verletzungen am Hals und den Oberschenkeln des möglichen Vergewaltigungsopfers von einem Messerrücken stammen beziehungsweise die blauen Flecken am Oberschenkel von Kniestössen des Angeklagten verursacht worden sein könnten.

Schwenn beanstandete, dass Mattern ein Tatgeschehen nahegelegt habe, von dem das angebliche Vergewaltigungsopfer nicht gesprochen hätte. Vielmehr habe die Ex-Freundin Kachelmanns angegeben, er habe ihr die Messerschneide an den Hals gedrückt. Sie habe auch nicht gewusst, woher die Hämatome an ihren Oberschenkeln stammen. Dass sie von Kniestössen herrühren, habe dann Mattern nahe gelegt.

Kachelmann muss sich seit September 2010 wegen schwerer Vergewaltigung und Körperverletzung verantworten. Er bestreitet die Tat, im Prozess schweigt er.

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SDA-ATS