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Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf zwei Mitglieder der Neonazipartei "Goldene Morgenröte" sucht die griechische Polizei nach den Tätern. Die Polizei hat keine Hinweise auf die Täterschaft oder auf die Motive.

Eine ballistische Überprüfung habe ergeben, dass die Tatwaffe noch nie bei einem Terroranschlag oder Raubüberfall benutzt worden sei, berichtete das staatliche Radio am Samstag unter Berufung auf die Polizei.

"Es war ein sozusagen professionell ausgeübter Anschlag", sagte ein Polizeioffizier der Nachrichtenagentur dpa. Die Täter hätten nach einem "genauen Plan agiert und kaltblütig geschossen."

Die beiden Neonazis im Alter von 20 und 23 Jahren waren am Freitag vor einem Parteibüro in der Athener Vorstadt Irakleion getötet worden. Die "Goldene Morgenröte" bestätigte auf ihrer Website, dass die beiden Opfer der Partei angehörten.

Versuch des Destabilisierung?

Die Täter seien mit einem Motorrad gefahren und hätten Helme und Handschuhe getragen, berichteten Augenzeugen. Am Tatort seien zwölf Patronen mit einem Kaliber von neun Millimetern gefunden worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Geschossen worden sei mit einer Maschinenpistole vom Typ Zastava.

Die Täter wollten nach Meinung vieler griechischer Kommentatoren mit dem Anschlag das Land destabilisieren. "Zwölf Kugeln gegen die Demokratie", titelte die Athener Zeitung "Ta Nea" am Samstag.

Nach offiziellen Angaben starben die zwei Opfer wenige Minuten nach dem Anschlag. Ein dritter Mann wurde schwer verletzt. Er wurde vier Stunden lang operiert. Er schwebe noch in Lebensgefahr, teilten die Ärzte am Samstagmorgen mit.

Alle griechischen Parteien verurteilen den Anschlag. Regierungssprecher Simos Kedikoglou sagte am Abend nach einem Treffen mit Regierungschef Antonis Samaras, Justiz und Gesellschaft würden energisch gegen solche Angriffe vorgehen. "Das sollen die Mörder wissen", sagte er.

Parteiführung in Haft

Mitte September hatte ein mutmassliches Mitglied der "Goldenen Morgenröte" einen linken Rapper in der Hafenstadt Piräus mit Messerstichen getötet. Beobachter hatten daraufhin befürchtetet, der Attacke könnte schwerwiegende Folgen für die politische Stabilität in Griechenland haben.

Parteichef Nilolaos Michaloliakos und zwei weitere Abgeordnete wurden vergangenen Monat verhaftet. Sie sind wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Die griechische Regierung bemüht sich, auf dem Gesetzesweg härter gegen Rechtsextremisten vorzugehen.

Der Polizei lagen seit Wochen Hinweise vor, dass eine Art Racheakt linker Untergrundorganisationen bevorstünde. Autonome linke Gruppierungen hatten in den vergangenen Jahren in Griechenland wiederholt Sprengstoffanschläge verübt und auch Polizisten erschossen.

SDA-ATS