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In der Schweiz sind bisher keine weiteren Fertigprodukte mit nicht deklariertem Pferdefleisch aufgetaucht. Die Kantonschemiker haben bis am Freitag rund 100 Produkte wie Lasagne, Fleischsaucen und Hamburger kontrolliert.

Keines der getesteten Produkte habe Spuren von Pferdefleisch aufgewiesen, sagte Otmar Deflorin, der Präsident des Verbandes der Kantonschemiker, am Freitag vor den Medien in Bern. Die Konsumentinnen und Konsumenten könnten davon ausgehen, dass "mit grösster Wahrscheinlichkeit" in der Schweiz keine Produkte verkauft würden, die Pferde- statt Rindfleisch enthielten.

Die getesteten Produkte sollten bei Grossverteilern und in Engros-Märkten verkauft werden und stammten aus dem In- und Ausland. Die Lasagne von Coop, in der nicht deklariertes Pferdefleisch gefunden wurde, bleibt damit der bisher einzige Fall in der Schweiz. Da das Produkt aus den Regalen genommen wurde, berücksichtigten es die Kantonschemiker nicht mehr bei ihren Tests.

Klären, wo das Pferd zum Rind wurde

Die Sache ist aber für die Schweizer Behörden nicht abgeschlossen. Auch die Schweiz habe ein grosses Interesse daran, dass die Details geklärt würden, sagte Michael Beer, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit im Bundesamt für Gesundheit (BAG). "Es ist wichtig zu wissen, wo das Pferd zum Rind wurde."

Die Schweiz wird sich denn auch am EU-Monitoring beteiligen, das weitere Abklärungen vorsieht. Es sei rasch klar gewesen, dass keine Gesundheitsgefährdung vorliege, sagte Beer. Doch es handle sich um einen Fall von "starker Konsumenten-Täuschung".

Um solche Fälle zu vermeiden, sind aus Sicht des Bundes keine strengeren Gesetze nötig. Das Problem liege nicht in mangelnden Regeln, sondern im Betrug, betonte Beer. Der Schutz gegen Täuschung sei mit den geltenden Gesetzen gewährleistet. Was helfe, seien funktionierende Lebensmittelkontrollen und eine internationale Vernetzung.

Betriebe müssen Herkunft kennen

Die kantonalen Behörden haben in den vergangenen Tagen auch Inspektionen bei Importeuren und Grossverteilern durchgeführt, um zu kontrollieren, ob diese ihre Produkte wie vorgeschrieben zurückverfolgen können. Auch dabei zeigten sich keine Probleme. "Die Betriebe haben die Selbstkontrolle im Griff", sagte Otmar Deflorin.

Die Kantonschemiker weisen darauf hin, dass sie regelmässig Kontrollen durchführen, um die Deklaration der Tierarten in Fleischprodukten zu überprüfen. Bei Abweichungen würden umgehend Massnahmen angeordnet. Dies könne präventiv wirken. Verstösse stellten die Behörden in den letzten Jahren etwa bei Kalbsbratwürsten fest, die nicht wie vorgeschrieben 50 Prozent Kalbfleisch enthielten.

Suche nach Medikamentenrückständen

Derzeit suchen die Labors auch nach Medikamentenrückständen in Pferdefleisch. Diese Untersuchung wurde laut Deflorin bereits im vergangenen Jahr in die Wege geleitet und hat nichts damit zu tun, dass im Ausland Rückstände gefunden wurden. Resultate sollen in zwei bis drei Wochen vorliegen.

Die gross angelegten Tests der vergangenen Tage führten die Kantonschemiker durch, nachdem in Grossbritannien grosse Anteile von nicht deklariertem Pferdefleisch in Fertig-Lasagne, Beef-Burgern und Bolognese-Sauce nachgewiesen wurden. Die Proben in der Schweiz wurden in den Labors von Aargau, Bern, Waadt, St. Gallen und Zürich mit einer genanalytischen Methode untersucht.

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SDA-ATS