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Der Dalai Lama wird auch nach seinem Rücktritt als politisches Oberhaupt der Tibeter die Schweiz besuchen. Das sagte Kelsang Gyaltsen, Gesandter des Dalai Lama, in einem Interview mit der Zeitung "Sonntag".

In der Schweiz lebe die grösste tibetische Gemeinschaft in Europa, sagte Gyaltsen. "Auch wenn Seine Heiligkeit jetzt in Pension geht, gehe ich davon aus, dass sein Engagement sich nicht reduzieren wird, solange er in guter gesundheitlicher Verfassung ist."

Mit Blick auf die Nachfolge des 76-jährigen Friedensnobelpreisträgers sagte Gyaltsen, es gebe unter den Tibetern viele starke Persönlichkeiten.

Die Wahl des "De-Facto-Premierministers" und des Parlaments der Exiltibeter wird laut Gyaltsen am 20. März stattfinden. "Im politischen Bereich ist unter den Tibetern ein enthusiastischer Wahlkampf im Gange". Es könne durchaus sein, dass eine Frau die politische Nachfolge des Dalai Lama übernehme.

Dass unter dem Nachfolger des 14. Dalai Lama ein härterer Kurs gefahren wird, erwartet Gyaltsen nicht. Um den Kurs zu ändern, müsse eine andere Mehrheit zu Stande kommen. Trotz Umbruchs der tibetischen Gesellschaft und der Exilregierung "dürfte dies kurzfristig nicht der Fall sein".

Am Donnerstag, dem 52. Jahrestag des Aufstandes der Tibeter 1959 gegen die chinesische Besatzung, hatte der Dalai Lama angekündigt, seine politischen Befugnisse an demokratisch gewählte Vertreter zu übergeben. Der Dalai Lama fungiert für die exiltibetische Regierung als "Staatsoberhaupt".

Als religiöser Führer bleibt der Dalai Lama aber aktiv. Er will sich weiter "für die gerechte Sache Tibets" einsetzen.

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SDA-ATS